Die weitere Entwickelung der Parasiten lässt sich inr Fingerblute,auf welches sich die Untersuchung in der Regel beschränken muss,nicht verfolgen, aber wir müssen nach dem Befund an der Malaria-leiche annehmen, dass, wenn die Parasiten ihre volle Grösse erlangthaben, sie in der Milz und anderen inneren Organen zur Sporen-bildung schreiten. Wenn dann weiter die jungen Sporen aus-schwärmen und sich von Neuem den rothen Blutkörperchen anheften,dann kommt es gerade so wie bei der europäischen Tertiana, beiwelcher der Beginn des neuen Anfalles mit der Sporulation zu-sammenfällt, auch bei der tropischen Malaria zu einem Fieberanfall,indem zunächst die grossen Parasiten verschwinden und dann dieFiebertemperatur und damit wieder die jungen ringförmigen Para-siten sich einstellen.
Aus diesen Beziehungen zwischen dem Entwickelungsgang desParasiten und dem Verlauf des Fieberanfalles, welche auch auf denbeigefügten Kurven Fig. 4 und 5 ohne weitere Erläuterung ersicht-lich sind, lassen sich folgende Schlüsse ziehen:
1. Da der Entwickelungsgang des Parasiten ein zweitägiger istund auch die Temperaturkurve sich dementsprechend nachzwei Tagen regelmässig wiederholt, so ist die tropische
t Malaria eine echte Tertiana, welche von der europäischenTertiana durch die Art des Parasiten und durch die längereDauer des Anfalles unterschieden ist.
2. Wenn es darauf ankommt, die Parasiten der tropischenMalaria naclizuweisen, dann muss die Untersuchung wo-möglich im Beginn der fieberfreien Zeit gemacht werden,weil man hier die meiste Aussicht hat, die grössten undzahlreichsten Parasiten zu finden.
3. Da die Erfahrung gelehrt hat, dass das Chinin gegen Malariaam besten wirkt, wenn es einige Stunden vor dem Beginndes Anfalles gegeben wird, so soll man es bei der tropischenMalaria nur dann anwenden, wenn im Blute die grossenringförmigen Parasiten erscheinen.
Neben der Sporenbildung, welche das Endglied in dem gewöhn-lichen Entwickelungskreise der Malaria-Parasiten darstellt, kommtgelegentlich noch eine andere eigenthümliche Form des Parasiten