zwei andere waren krank. Die alsbald von Mr. Robertson vorge-nommene Sektion des eingegangenen Thieres ergab, dass dasselbeanscheinend an einer von den Tonsillen ausgegangenen sekundärenInfektion zu Grunde gegangen war. Kurze Zeit nach Beendigungder Sektion um 12,30 Uhr starb das eine der beiden krank befun-denen Thiere. Auch dieses wurde sofort von Robertson secirt. DieseSektion ergab die charakteristischen Symptome der Rinderpest inverhältnissmässig frühem Stadium. Von beiden secirten Thierenwurden Blut, Schleim und Organstücke gesammelt und zumTlieil feucht, zum Theil trocken aufbewahrt. Am Nachmittagewurden 5 Rinder, welche inzwischen aus den westlich der Eisen-bahnstation Taungs belegenen Dörfern angetrieben waren, besichtigt.Eins derselben zeigte sich frisch erkrankt. Nachdem dasselbe an-gekauft worden, wurde aus seiner linken Yena jugularis eine grössereMenge Blut zu Versuchszwecken entnommen.
Am 7. December unternahm ich mit meinen Begleitern eineFahrt nach der Stadt Taungs, wo eine grosse Anzahl pestkrankerRinder zu finden sein sollte. Ich fand jedoch kein Stück Vieh inder Stadt vor, da alles Rindvieh von den Einwohnern in die Bergegetrieben worden war. Nach Angabe des Thierarztes Dr. Sogahatten die Bewohner von Taungs 20 000 Stück Vieh durch die Rinder-pest verloren und glaubten, die noch übrigen am besten dadurch,dass sie sie weit forttrieben, zu erhalten.
Daher begab ich mich sogleich zur UntersuchungsstationDr. Edington’s zurück. Hier wurde das Tags zuvor angekaufteThier getödtet und secirt; die Organe desselben zeigten die charak-teristischen Symptome der Rinderpest. Auch von diesem Thierwurde Untersuchungs- bezw. Infektionsmaterial entnommen.
Nachdem ich noch mehrere in vorgeschrittenem Stadium derRinderpest befindliche Thiere besichtigt und von einem frisch er-krankten Rind hatte Schleim auffangen lassen, kehrte ich in derNacht vom 7. zum 8. December mit Dr. Turner, Henning und Kohl-stock nach Kimberley zurück. Hier waren inzwischen 20 Rinder,10 Schafe und 10 Ziegen angekauft worden. Von diesen wurden8 Rinder mit dem aus Taungs eingebrachten Material in der Weiseinficirt, dass mit Infektionsflüssigkeit gefüllte Schwämmchen denThieren in die Nase geführt wurden und darauf das Flötzmaul mit