Die Perser.
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es zwei Darstellungen. Die eine gibt dem Eroberer einen schimpflichen,die andere einen ehrenvollen Untergang. Nach der einen fällt er imKampfe gegen das den Scythen verwandte Volk der Massageten jen-seits des Jarartes, und deren Königin Tompris, die in diesem Kriegeihren Sohn verloren, taucht den Kopf des unter den Leichen desgeschlagenen Perserheeres aufgefundenen Königs in einen mit Men-schenblut gefüllten Schlauch, damit der Blutgierige sich endlich amBlute sättige. Nach der andern sind es die Derbiker an den nord-östlichen Grenzen von Iran, bei deren Bekämpfung er so sein Endefindet, daß er verwundet aus dem Kampfe ins Lager gebracht wird unddort, von den Seinigen umgeben, stirbt. Der letzteren Erzählung stehtdie Nachricht zur Seite, daß des Königs Leiche später, zu AlexandersZeit, in den Königsgräbern von Pasargadä gefunden wurde. Das vonihm gegründete Reich umfaßte außer Indien und China alle reichenund gebildeten Länder Asiens und stand durch seine Ausdehnung bis andie Küsten des mittelländischen Meeres mit den gebildetsten außerasiati-schen Völkern, den Aegpptiern und Griechen, in Berührung. Der Gründerdieses Reiches kann nur durch eine große persönliche Bedeutung in Ver-bindung mit der durch ihn aufgeregten frischen Kraft des persischenVolkes so gewaltige Veränderungen hervorgebracht haben und im Lichtedes Heldenthums zeigt ihn die Weissagung des Iesaias, als den Gesalb-ten, den Gott bei der Rechten halte und vor dem er Völker stürze, Kö-nige entgürte und Pforten öffne.
14. Von ihm ganz verschieden ist sein Sohn und Nachfolger Kam-bpses, zügellosen Charakters und ein ausgebildeter Despot, nur alsEroberer des Vaters Spuren folgend. Unter Cyrus kann den Perserngegenüber sich die eigentliche Despotie nicht ausgebildet haben. 2hmstanden die Vornehmen unter seinen Landsleuten als Genossen seinerHeereszüge zu nahe, um zu der in Asien gewöhnlichen Erniedrigung vordem Könige herabzusinken. Doch muß schon unter ihm der überlegeneEinfluß medischer Sitten und Einrichtungen eine Veränderung vorbe-reitet haben und diesem Einflüsse ist es auch zuzuschreiben, daß Kamby-seö nicht die als vorzüglich gerühmte persische Erziehung genoß, sondern,von verderblicher Weichlichkeit umgeben, eine Härte des Gemüthes undeine leidenschaftliche Gewaltthätigkeit erhielt, die von den Ansichten derMagier über Unbeschränktheit des königlichen Willens begünstigt wurden.Sein Antheil an der Bildung des persischen Reiches besteht darin, daßer Aegypten eroberte und durch vergeblich von hier aus gewagte weitereUnternehmungen das Bewußtsein der in dieser Richtung gesetzten Schran-ken hervorrief.
15. Der Hauptgrund für die Eroberung Aegyptens liegt darin,daß die Perser außer dem aufgeregten kriegerischen Eifer die Macht zu