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Das macedonischc Reich unter den Antigonidcn
Richtung folgten hauptsächlich diejenigen, die in Trägheit und falscherVornehmheit sich den vielfältigen und unbequemen Anforderungen derpharisäischen Lehre entziehen wollten. Daher hat denn ihre Lehre auchkeine folgerechte und umfassende Ausbildung erhalten und die Parteihat sich nur durch eine politische Bedeutsamkeit, die sie vermöge der be-deutsamen Stellung ihrer Anhänger erhielt, vorübergehend hervorgethan.Der Anblick der beiden religiösen Hauptrichtungen in ihrer Unfruchtbar-keit weckte bei vielen Juden das Bedürfniß zu einer der inneren Heili-gung günstigeren Zurückgezogenheit und zu einem Zusammenleben inderselben mit Gleichstrebenden. Das Beispiel, das viele Propheten mitihren Jüngern gegeben hatten, schwebte dabei vor. An diesen Männerntritt weniger eine bestimmt ausgebildete Lehre und Lebensregel, als einemannigfache in den einzelnen Vereinigungen verschieden gestaltete Be-mühung um tugendhaftes Leben hervor. Zur Zeit der Erhebung derHasmonäer gab es Eiferer für die Religion, welche Chasidim hießen.Sie waren vielleicht schon von der bezeichneten Art. In der Folgeführen sie den unerklärlichen Namen Essener oder Essäer und werdenin den griechischen Berichten die Heilenden, Therapeuten, genannt. Siefanden sich nicht bloß in Palästina, sondern auch in Aegypten. Sietreten vermöge ihrer Eigenthümlichkeit in dem Verlaufe der äußerenEreignisse nicht als einflußreich hervor, waren aber desto bedeutenderdurch die stille Pflege religiösen Sinnes und als Vorbilder für jedesStreben nach sittlicher Vervollkommnung. Während die hasmonäischenFürsten verweltlichten, die Pharisäer statt des Kernes der Religion nurdie Schale retteten, die Sadducäer sich mit den höheren Forderungenauf die bequemste Weise abfanden, wird den Effäern zum großen Theiledie Pflege der Gesinnung zuzuschreiben sein, welche das Bewußtseinseines Berufes in dem Volke erhielt.
Das macedonischc Reich unter den Antigonidcn und Griechen-land bis auf Philopömen.
1. Das dritte der hellenistischen Reiche, Makedonien, ist von keinemder beiden übrigen so bedroht, wie diese sich untereinander bedrohen.Dafür wird es zuerst von der Staatskunst und den Waffen der Rö-mer erreicht, die nur, so lange dasselbe besteht, an einem nachdrück-lichen Eingreifen in die asiatischen Angelegenheiten gehindert sind. Eheaber das Reich in dem Kampfe mit Rom sein Geschick erfüllt, bildet,seit ein Staatenspstem an die Stelle des großen makedonischen Reiches