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Einleitung.
1. Wenn der Name Geschichte auf eine einzelne Begebenheit au-gewendet wird, so umfaßt er mit ihr auch ihren Grund und ihr Ergeb-niß, und sofern er außer dem Geschehenen auch die Erzählung desselbenbedeutet, ist er auf solche Erzählung zu beschränken, wo der Zusammen-hang der Begebenheit mit dem, woraus sie und mit dem, was aus ihrhervorgegangen ist, seine Bezeichnung findet. Ebenso wird für eineThatsache, indem man sie geschichtlich nennt, nicht bloß die Wahrheit,sondern auch die Verknüpfung mit Vorausgehendein und Nachfolgendem,wodurch sie verständlich und wichtig wird, in Anspruch genommen. Ge-wöhnlicher aber wird der Name für längere Reihen von Begebenheiten,die sich mit einer Sache zugetragen haben, gebraucht. In diesem Sinnehaben eine Geschichte alle Dinge, welche Veränderungen unterworfensind, und dieselbe besteht aus diesen Veränderungen oder deren Dar-stellung. Vorzugsweise jedoch gilt der Name im Gebiete menschlichenLebens und menschlicher Bestrebungen, wo es sich darum handelt, einenZustand, der das Ergebniß einer Reihe von Veränderungen ist, mittelstDurchlaufens derselben zu begreifen und das Gesetz, welches sich in derEntwicklung verrälh und dessen Wirksamkeit auch auf die fernere Ent-wicklung Einfluß üben wird, zu entdecken. Wenn hiernach der Erkennt-niß eines endlichen Zustandes die Betrachtung der Mittelstufen dienst-bar ist, so gelangt doch zeitweilig jede der Mittelstufen zu dem Rangeeiner aus allen vorgehenden zu erklärenden Erscheinung und wird sozu einem selbstständigen Ziele, dem auch das ihm nachfolgende wegendes aus dem Verlaufe auf den Ursprung fallenden Lichtes untergeordnetwerden kann. Hierbei kommt es auf die Ausmittelung von Gewinnund Verlust, von Fortschritt und Hemmung, von Verbesserung und Ver-schlimmerung an, und das Urtheil darüber richtet sich nach der Einsicht
in das, was zu erstreben ist. Diese bestimmt daher die unter den man-Kiesel, Weltgeschichte. I. 1