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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Das ägyptische Reich unter den ersten Ptolemäern.

barn durch Eingreifen in deren Angelegenheiten störend entgegenzutreten.So bildeten die einzelnen Staaten zusammengenommen ein Ganzes, inwelchem sich das Bedürfniß eines Gleichgewichtes der Theile fühlbarmachte. Sehr wesentliche Glieder in diesem Ganzen waren die kleine-ren Mächte, welche zwischen den drei großen gelegen, theils durch glück-lich behauptete Selbstständigkeit deren Zusammenstößen verhinderten,theils dadurch, daß sie Gegenstand der Bemühungen von verschiedenenSeiten waren, einen die Ausgleichung der Bildung und Denkweise be-schleunigenden Verkehr veranlaßten. So lagen die griechischen Staatenzwischen Makedonien und Aegypten, die asiatischen Fürstenthümer unddie Freistaaten Byzanz und Heraklea zwischen Makedonien und Syrien,der Freistaat Rhodus zwischen Aegypten und Syrien, zwei Neichen,zwischen welchen, einem natürlichen Verhältnisse zu Folge, die LänderPalästina, Phönicien und Cölesyrien einen Gegenstand fortwährendenStreites bildeten.

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Das ägyptische Reich unter den ersten Ptolemäern.

1. Die von Ptolemäus dem Lagiden begonnene Einrichtung desägyptischen Staatswesens setzten sein Sohn Ptolemäus Philadelphusund dessen Sohn Ptolemäus Euergetes (247221 vor Ehr.) fortund der Erfolg ihrer Thätigkeit machte das Jahrhundert, welchesvon ihren Regierungen gefüllt wird, für Aegypten zu einem Zeitalter,welches man, nach dem äußeren Ansehn beurtheilt, ein goldenes nennenkann, wie es das des Perikles für Athen gewesen. Da der Gründerdes Reiches am frühesten zu einem abgeschlossenen Besitze gelangt war,konnte er auch zuerst nach bestimmtem Plane seinem Reiche eine vor-theilhafte Stellung geben. Hierdurch durfte er sich von der Theilnahmean den auswärtigen Händeln nicht abhalten lassen, da noch lange eineWendung der Kämpfe befürchtet werden konnte, welche seine Selbst-ständigkeit bedrohte. Sein fortwährendes Eingreifen in die Angelegen-heiten des zerrissenen Reiches Alexanders ist daher von dem ägyptischenStandpunkt aus gefaßt eine nothwendige Ergänzung seiner Regenten-thätigkeit, die um so nothwendiger war, als sein feiner, gewandter Sinnund das große Glück, mit welchem er die Vortheile seiner Lage aus-beutete, ihn den übrigen Diadochen zum Gegenstände des Neides undder Besorgniß machen mußte. Ein großer Theil seines Gelingens istdem Umstande zuzuschreiben, daß Aegypten unter der persischen Herr-schaft mit der Macht seiner Priesterschaft auch die Kraft des Wider-