Die Israeliten.
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sein Dasein gehabt und indem er redet und handelt, als ein persönlichesWesen. Hiermit ist der im Heidenthum herrschenden Vorstellung wider-sprochen, welche ein Wirken Gottes nur in dem Wirken der Natur-kräfte sieht, das dunkel geahnte göttliche Wesen eben in diesen Natur-kräften zu finden vermeint und daher dem göttlichen Wesen entwederblinde Willkühr beilegt oder es einer blinden Notwendigkeit untergeord-net sein läßt. Indem aber das geschaffene All ein gutes Werk Gottesgenannt wird, ist der heidnische Wahn abgewicscn, als ob der Gutesschaffenden Macht Gottes eine böse göttliche Macht gegcnnberstche.Der Mensch ist nach Gottes Ebenbilde geschaffen und mit hoher Machtüber die Natur ausgerüstet. Dadurch lehrt die heilige Schrift ihn freizum Himmel emporschaucn und ohne dunkle Furcht vor einer unheimlichdurch die Natur verbreiteten Macht in der eignen Seele den Grundseines Zitterns wie seiner Zuversicht suchen. In den Worten der ver-führenden Schlange spricht sich deutlich, wie das ganze Heidenthum esnicht gethan, das Wesen der Versuchung und der Sünde aus, indemals Reiz zur Sünde der Wahn erscheint, daß das Gesetz die Selbst-ständigkeit beschränke und der Dünkel, welcher den Drohungen derStrafe den Glauben versagt. Dem Falle folgt die Scham, es folgenSchmerz und Arbeit. Beide sind in ihrer vom Hcidenthume kaum ge-ahnten Bedeutung dargcstellt, die Scham als der Ausdruck des Bewußt-seins, daß eine Begierde da sei, die dem Witten Gottes widerstrebe,Schmerz und Arbeit als Warnung gegen die Verwilderung natürlicherTriebe und als Schutzwchr gegen das Drängen der Lüste. Scheiderdas Bewußtsein dieser Thatsachen und der in ihnen enthaltenen Lehrenden Stammvater der Israeliten, den wir uns als Träger dieses Be-wußtseins denken müssen, von dem gcsammten Heidenthnmc, so berührtdie heilige Ueberlieferung, die er mitbrachte, ein Ereigniß, von dem alleVölker zwar Kunde haben, zu dem sie sich aber alle in ein ganz anderesVerhältniß setzen. Die Sündfluth lebt in dem Andenken aller Völkerund der Gedanke, daß sie eine Strafe für Verbrechen der ersten Mensch-heit gewesen, ist dem Hcidenthume wenigstens nicht fremd, aber die heid-nischen Völker lassen, jedes in seinem Lande, den Geretteten ein neuesLeben beginnen, und machen sich so zu Autochthonen, während die hei-lige Schrift bei der Erzählung der Flut und der auf sic folgenden Er-eignisse, ohne dem israelitischen Volke einen Vorrang zu geben, dieLehre von der Einheit deö Menschengeschlechtes festhält und gleichsamals Schiedsrichtcrin zwischen die von nationaler Beschränktheit gefärbten,einander widersprechenden Sagen der heidnischen Völker tritt. In dem-selben Sinne, ebenfalls zum Zeugniß, daß Gott die Einheit der Men-schen will, enthält die heilige Schrift die besondere Nachricht von dereinstigen, nur in Folge menschlicher Thorheit zerrissenen Einheit der