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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Israeliten-

Sprachen und bewahrt in der sogenannten Völkertafel ein Denkmal derVerwandtschaft der Völker, deren Beruf zu dereinstiger Einigung um soentschiedener hervortritt, als Gott dem Noah, dem zweiten Stammvaterdes Menschengeschlechtes, ein für alle seine Nachkommen verbindendesGesetz gegeben hat. Bedeutsam schließt sich gerade hieran die GeschichteAbrahams als des Auöcrwählten. Durch die Fortsetzung des nomadi-schen Lebens unter den Städte bewohnenden Kanaanitern erhielt er sichfrei von dem Einflüsse religiöser Verirrung, die hier, wie bei den dem-selben Stamme angehörigen Phöniciern herrschte. Aber der Segen, denGott auf ihn und seine Nachkommenschaft legt, ist der Keim einer Frucht,die für alle Völker reifen soll. Auch die Heiden sind nicht ohne gött-liche Gnade und auch für sie ist die Verheißung, die dem Abraham er-theilt wird, bestimmt. Wenn daher in der Folge Gott, den die Israeli-ten zu verehren den Vorzug haben, Gott Abrahams, Isaaks und Ja-kobs genannt wird, so geschieht es nicht, um seine Erkcnntniß und Ver-ehrung auf deren Nachkommen zu beschränken, sondern um die israeli-tische Religion als eine auf bestimmte Thatsachen begründete darzustellen.Das Leben Abrahams ist mit besonderer Ausführlichkeit erzählt, weil esals Muster für die Nachkommen zu dienen geeignet war. Wir sehenin ihm ein Musterbild einfacher Menschentugcnden und dieselben findensich in mannichfachen Verhältnissen wirksam. Er war Patriarch, d. h.er vereinigte die Würde des Fürsten mit der des Hausvaters. Er warFreund Gottes, weil er besonderer Offenbarungen gewürdigt wurde.Er war Prophet, insofern ihm nicht bloß durch einen nach gewöhn-licher Meuschenweise erworbenen Neichthum der Erfahrung, sondernauch durch unmittelbare göttliche Erleuchtung der Blick sich erhellt hatte.Er war Lehrer, insofern er, wie einstens Heuoch und diejenigen welche, bisauf Noah, den achten Herold des Glaubens, ihm folgte», den Namen desHerrn aurief und verkündigte. Zur höchsten Stufe der Hingebung und desGlaubens erhebt er sich bei dem Befehle zur Opferung Isaaks, welche, 'an der Stelle des späteren Tempels von Jerusalem unternommen, das 'Vorbild für das die Menschheit erlösende Opfer am Kreuze war. ZumZeichen des Bundes, durch welchen Gott das ganze Volk Abrahams anseinen Dienst knüpfte, diente die bei Isaaks Geburt eingeführte Be-schneidung, eine Sitte, die auch den Aethiopiern, Aegpptiern und Phö-niciern nicht fremd war, für den Stamm Abrahams aber die höhereBedeutung erhielt, an den durch Zügelung der Lüste zu bewährendenGehorsam gegen Gott fortwährend zu erinnern.

3. Die Geschichte Abrahams läßt auch auf Völkcrverhältnisse hierund da einiges Licht fallen. Die Gegend, aus der Abraham gekommen,erscheint dem Götzendienst verfallen, da derselbe auch bei den dort zu-rückgebliebenen Gliedern der Familie Eingang gefunden. Es hat sich '