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Die Israeliten.
neue Offenbarungen hervor. So begegnen wir ihm an allen denStellen der vorchristlichen Geschichte, wo eine neue Gestaltung der Welt- ^Verhältnisse sich vorbereitet, wo ein neuer Tag in dem Leben der Mensch-heit anbricht, wo ein neuer Weg, Gott zu suchen, cingeschlagen wird. !So erhält seine Geschichte das Gepräge größter Ausschließlichkeit undgrößter Allgemeinheit zugleich, indem einerseits durch die Wirkung von -
Kräften und mit Aufwendung von Mitteln, wie die vorchristliche Ge- I
schichte sie sonst nicht aufzuweisen hat, der Gegensatz zu Allem, was ihmauf seinem Wege begegnet, fcstgehalten wird und anderseits die Ziele,denen cs entgegengeht, sich überall als nicht in den Schranken seinernationalen Abgeschlossenheit liegend erweisen. Ist so seine Geschichteein Werk besonderer göttlicher Führung, so ist sie auch ein Bild undMuster für daö einzelne Menschenleben, das so, wie es in der israeliti-schen Geschichte geschieht, jenes doppelte Streben der Ausschließlichkeitund Allgemeinheit zn vereinigen hat, um die von Gott verliehenen Kräftedurch fortwährendes Abwcisen der von Außen kommenden hinderndenEinflüsse nach Gottes Willen auszubilden und sie in Gottes Dienste für ^die Menschheit zu verwenden.
2. In dieser Eigenthümlichkeit eröffnet sich die Geschichte des Vol-kes mit demjenigen, den es als seinen Stammvater ehrte, mit Abraham.Dieser zog ungefähr 2000 Jahre vor Ehr. Geb. als Führer einer no- fmadischen Schaar aus Gegenden, die man sich im Bereiche des assyrisch- I
babylonischen Reiches, wahrscheinlich in dem auch später noch von no- !
madischer Bevölkerung durchzogenen Mesopotamien zu denken hat, in f
das Land Kanaan, wo sich im Andenken an seine Herkunft auS Ländern !
jenseits des Euphrat für ihn und seine Nachkommen der Name der Heb- träer d. h. der Jenseitigen bildete. Die heilige Schrift aber verbindet fmit der Geschichte des Mannes und des von ihm abstammenden Volkes >die Erzählung dessen, was sich mit dem Menschengeschlechtc hinsichtlichseines Verhältnisses zu Gott von Anfang an begeben, weil die Kenntnis' :dieser Thatsachen Bedingung des Fortschrcitens auf dem für das Volkbezeichneten Wege war und zur Bezeichnung seiner Bestimmung diente. !Die Geschichte der Schöpfung und des Sündenfalls enthielt eine Reihevon Lehren, durch deren Besitz die Israeliten auf einer Stufe standen, ^welche die gebildetsten Völker des HeidenthumS mit ihrem sich selbstüberlassenen Vorstellen, Ahnen und Denken nicht erreichten, und mit ^jeder dieser Lehren sind Jrrthümer, die das Leben der Heiden beherrsch-ten, verworfen. Die Ruhe Gottes nach den sechs Schöpfungstagen Ilehrt den Unterschied zwischen einer doppelten Thätigkeit Gottes, derunmittelbar schaffenden und derjenigen, welche er übt, indem er die vonihm in den Menschen und die Natur gelegten Kräfte wirken läßt. Dergeschaffenen Welt gegenüber erscheint Gott als ein Wesen, das vor ihr