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Die Babylonier und die Assyrier.
oberungen für einige Zeit auf die Chaldäer. Als Bundesgenossen aberbat Nabopalassar bei dem Umsturz des assyrischen Reiches und der Zer-störung Ninive's den medischen König Cyarares, dem in Folge hievondie nördlichen und östlichen Besitzungen des assyrischen Reiches zufallen.Die Meder sind, wenn man an der Erzählung von Sardanapal bloßden Untergang des Reiches und seiner Hauptstadt verwerfen will, durchArbaces unabhängig von Assyrien geworden und müssen dann unter denihm zunächst folgenden Königen ebenso, wie die Babylonier nach Belesys,wieder von Assyrien abhängig geworden sein. Will man aber das ganzean Sardanapal geknüpfte Ereigniß sammt dessen Person nur als eineWiederholung und Zurückversetzung dessen gelten lassen, was von einemzweiten Sardanapal, der die mit Phul beginnende Königsreihe schließt,erzählt wird, so erscheint eine ausdrücklich in die Zeit Sanhcribs ver-setzte Erhebung der Meder alö die erste und einzige und als der Be-ginn der Ereignisse, durch welche eine fünfhundertzwanzigjährige Herr-schaft der Assyrier über Oberasien gebrochen wird. Dann rückt die Zeitder Gründung des großen assyrischen Reiches, indem man zu 520 etwa710 hinzuzählt, bis auf 1230 vor Ehr. Geb. herab, und eine Reihemedischcr Könige, welche ans Grund einer Nachricht zwischen Arbaces,den Zeitgenossen des Sardanapal und den gegen Sanherib erfolgtenAufstand gesetzt werden könnte, wird überflüssig, indem die Zeit von demeinmaligen Aufstande bis zur Zeit Nabopalassars sich mit den ander-weitig bezeichncten Jahren einer nach dem Abfall eingetreteneu Anarchieund der Negierungen von Cyarares Vorgängern Deiokes und Phraor-tcs hinreichend füllt. Der Sturz Ninive's erfolgte im I. 605, nachdemeine Ueberschwcmmung der von Norden her eingebrochencn Scythen dieschon früher begonnene Belagerung durch den Druck, mit welchem dienomadischen Gäste namentlich auf Medien 28 Jahre lang lasteten, ge-stört hatte. Indem Assyrien, Armenien und die iranischen Theilc desassyrischen Reiches an Medien übergingen, war den babylonischen Herr-schern für ihren Eroberungötrieb, von dessen Befriedigung die Erhaltungihrer auf kriegerischer Stärke ruhenden Herrschaft abhing, um so ent-schiedener die Richtung nach Südwesten angewiesen. NabopalassarsSohn Nebukadnezar, auch Nabuchodonosor und Nabokalassar genannt,ist der Träger dieser Bestrebungen. Syrien, Israel und die Nomadcn-stänune in den syrisch-arabischen Grenzgebieten, wo schon Sanheribnach dem ihm beigclegten Namen eines Königs der Araber und Assyriergeherrscht haben muß, gingen mit dem Sturze der assyrischen Machtoder schon durch Losreißung Babyloniens von jener an dieses über.Zwischen dem babylonischen Reiche und dem kurz vorher durch Erhebungeiner kriegerischen Dynastie umgewandelten Aegypten lag nur noch dasKönigreich Juda, das nach vergeblichem Versuche, sich parteilos zu be-