Die Babylonier und die Assyrier.
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haupten, in einer ohnehin nicht zn vermeidenden Abhängigkeit von Ae-gypten seinen Schutz gegen Babylonien suchen mußte. Die Schlachtbei Karchemisch oder Circesium an der Ostseite des Euphrat an derMündung des Cbaboras (604) entschied zu Gunsten Babyloniens.Dreimal mißlingt der Widerstand, den Juda unter seinen Königen Jo-jakim, Jojachin und Zedekia zu leisten versucht, und jedesmal büßt dasVolk durch Fortschleppung eines Thciles seiner Bewohner in die baby-lonische Gefangenschaft. Deren erster Anfang erfolgte da, als Nebu-kadnezar von Babylon, wohin nach der Schlacht bei Karchemisch derTod seines Vaters ihn gerufen, zurückgekehrt war. Die gänzliche Be-endigung des jüdischen Krieges fällt in das Jahr 585. Zum Theilgleichzeitig mit diesem Kriege war die Unternehmung gegen Phönicien,welches daS Hauptziel in diesen nach Südwesten gerichteten Bestrebungenwar und von wo aus die Angriffe auf Juda als Nebennnternehmungenerfolgten. Wie ehemals für Salmanassar, handelte es sich auch jetztum den Besitz der Jnselstadt Tyrus, ohne welchen eine Verbindung mitder See nicht zu denken war. Daß eine dreißigjährige Belagerung zurEroberung der Stadt geführt habe, ist unwahrscheinlich. Die Stellung,in welcher nach dieser Zeit Tyrus erscheint, sein Krieg mit dem ägyp-tischen Könige Apries, macht es wahrscheinlich, daß die Belagerung ineiner für Tyrus nicht nachtheiligen Weise endigte. Den Schluß dieserUnternehmungen bildet ein Einfall in Aegypten, der keine bleibendeWirkung hinterlaffen. An Nebnkadnezar, der Babylonien auf den Gipfelseiner Macht erhob, wird auch eine Erweiterung von Babylon ge-knüpft und Vieles, was nach griechischer Uebcrlieferung der Scmiramiszugeschriebcn wird, ist ohne Zweifel Werk Nebukadnezars oder seinerGattin Amuhia, der Tochter des mit seinem Vater verbündeten Meder-köuigs Cyarares, welche mit einer von den Griechen als Gründerinjener Scmiramiswerke bezcichneten Königin Nitokris wohl eine unddieselbe Person ist. Neben dem bisherigen Babylon baute er ein neues,wahrscheinlich den an der Ostscite des Euphrat gelegenen Theil derStadt, und Nitokris regelte die Ueberschwemmungen des Flusses undbrach die für die Schiffahrt unbequeme Schnelligkeit der Strömung durchdie dreifache Windung eines bei Arderikka neu gegrabenen Bettes, wo-durch zugleich einer überraschenden Annäherung von Medien her vorge-beugt werden sollte. Zum Schutze gegen Ueberraschung von Nordenwar ferner die Vorkehrung getroffen, daß man den Fluß oberhalb derStadt Plötzlich in einen großen See ableiten konnte, um durch Trocken-legung des Flußbettes den Lauf der Schiffe zu hemmen. Auch die An-legung des Hafenplatzes Teredon an der Mündung des Euphrat gehörtdieser Regierung an und nach dem Bemühen, das Reich gegen Angriffevon Norden her zu sichern, liegt die Vermuthung nahe, daß auch die