Die Babylonier und die Assyrier.
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graph, Astronom und Chronolog Ptolemäus im zweiten Jahrhundertnach Chr. Geb. seinen Verzeichnissen der babylonischen, persischen, mace-donisch-griechischen und römischen Regenten zu Grunde gelegt hat. Inder Meinung, der Zeitpunkt, welcher zum Ansang einer besonderenAera gedient, müsse auch durch eine politische Begebenheit ausgezeichnetsein, hat man ohne besonderes Zeugniß in Nabonassar den Begründereiner neuen Selbstständigkeit Babyloniens vermuthet. Doch hat es einenicht mindere Wahrscheinlichkeit, wenn angenommen wird, zu jener Zeitsei bei den der Astronomie beflissenen Chaldäern das Sonnenjahr eiuge-führt und danach die Zeitbestimmung bei den von hier an beginnendenAufzeichnungen geregelt worden. Nabonassar könnte dann immerhin auchals assyrischer Unterkönig von Babylonien den Namen zur Bezeichnungdes Zeitpunktes geliehen haben. Dem würde aber nicht widersprechenein Unabhängigkeitsbestreben in Babylonien, das sich in der Annähe-rung des Mcrodach Baladan an den von Sanherib gedrängten KönigHiskias in Juda verräth, durch Einsetzung Esarhaddons zum RegentenBabyloniens für eine Zeit lang niedergehalten wurde und unter Nabo-palassar sein Ziel erreichte. Nabopalassar ist als der Gründer einesneuen babylonischen Reiches zu betrachten. (625 vor Chr. Geb.) Dadieses Reich als ein babylonisches auch ein chaldäisches genannt wird,den Namen Chaldäer aber auch ein Volk nördlich von Armenien anden Küsten des schwarzen Meeres führt, hat sich die Annahme gebildet,daß Nabopalassar ursprünglich das Haupt von Söldnerschaaren gewesen,die in jenen nordischen Gegenden heimisch, von den Assyrern in Baby-lonien zu Behauptung dieses Landes angesiedelt worden. Ob diese nor-dischen Chaldäer mit den südlichen, deren Name in der sternkundigenPriesterschaft Babyloniens fortlebte, stammverwandt gewesen, darüberöffnete sich der Vermuthung ein weites Feld. Jedenfalls ist es nichtnöthig, den chaldäischen Namen des mit Nabopalassar beginnenden Rei-ches außer Zusammenhang mit der von Berosus erwähnten alten chal-däischen Herrschaft im Lande zu denken. Seit jener alten in Verbin-dung mit fremder Ansiedelung begründeten chaldäischen Dynastie kannName und Gepräge des ganzen Volkes chaldäisch gewesen sein und dasDasein jenes gleichnamigen roheren Volksstammes im Norden nöthigtso wenig zu der Annahme eines von dort ausgegangenen Einflusses alszu der Annahme einer Verwandtschaft. Ueberdieß knüpft sich Nabopalassaran die alte einheimische chaldäische Dynastie durch eine Nachricht an, welcheseinen Sohn Nebukadnezar als Nachkommen des Landesgottcs Baaloder Belus bezeichnet. Die Erhebung Nabopalassars gegen Assyrienführte zu dem Untergange des assyrischen Reiches, brachte das südwest-liche Asien unter chaldäische Herrschaft und übertrug die Fortsetzung derdurch die assyrischen Könige von Phul bis Esarhaddon betriebenen Er-