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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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526
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526 Die Römer in der Zeit der Umwälzungen und der Bürgerkriege.

augenscheinlicher, da bisher sich in der Welt eine immer entschiedenereAbkehr von Gott kund gegeben hat und die Menschheit nie entfernterdavon gewesen ist, sich aus eignen Kräften zu dem durch den Sünden-fall aufgegebenen Standpunkte wieder emporzuarbeiten. Das Ereignißgehört auch nicht in den Nahmen der Geschichte eines Volkes. Esgeht die ganze Menschheit, die vorausgegangene und die nachfolgende,an und beschränkt sich eben so wenig auf die Völker, welche auf derBühne der Weltgeschichte erscheinen, als innerhalb dieser Völker seinEinfluß auf die Einzelnen sich nach dem Grade des Antheils abstuft,welchen dieselben an den von der Weltgeschichte berichteten Begeben-heiten genommen haben. Zu der römischen Geschichte steht es in einemnäheren Verhältniß nur in sofern, als in dieser sich darlegt, bis zuwelchem Grade der Hülfsbedürftigkeit die Menschheit herabgesunkenwar und in sofern, als über die Völker des römischen Reiches zunächstsich der auf die Erde herabgebrachte Segen ergießt. Eine nähereBeziehung auf die jüdische Geschichte aber gibt ihm außer dem Um-stande, daß das Land der Juden zu seinem Schauplatze auserwähltwar, der andere, daß im Volke der Juden die Verheißung, die sich da-durch erfüllte, sich durch die heilige Ueberlieferung fortgepflanzt undim Verlaufe der Zeit immer deutlicher ausgesprochen hatte.

41. Die Verdrängung des hasmonäischen Fürstengeschlechtes durchdas edomitische schien ähnliche Verhältnisse, wie einst die von den Se-leuciden betriebene Verfolgung, für die Juden herbeiführen zu wollen.Eine Hoffnung der Befreiung war diesmal undenkbar, da den aufge-drnngencn Herrschern die römische Macht zur Stütze diente. ObgleichAntipatcr als Schützling des Pompejus keine große Aussicht auf dieGunst Cäsars zu haben schien, wußte er sich nach dessen Siegen imMorgenlande so bei ihm einznschmeicheln, daß für Aristobulus' SohnAntigonuö, der an den Wechsel der Dinge Hoffnung auf Herstellung derDynastie geknüpft hatte, nichts geschah und nur Hyrkanus als Hohe-priester bestätigt wurde. Da zugleich für den Wiederaufbau der seitPompejus' Anwesenheit in Trümmern liegenden Mauern JerusalemsErlanbniß ertheilt wurde, benutzte Antipater dieselbe, um den Judenseine Herrschaft wohlgefällig zu machen. Nichtsdestoweniger blieb erdurch die Freundschaft mit den Römern für die Pharisäer, welche dieeigentlichen Vertreter der nationalen und religiösen Selbstständigkeitwaren, ein Gegenstand der Besorgniß und des Verdachtes. Von seinenbeiden Söhnen, Phasael und Herodes, welche gegen Ende seines Lebensseine Genossen in der Regierung waren, machte Herodes die neue Herr-schaft verhaßt durch den Eifer, mit welchem er die aus politischer Ab-neigung hervorgegangenen Näuberschaaren vertilgte und durch die Will-kühr, mit welcher er dabei in die Blutgerichtsbarkeit des Synedriums