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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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525
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Die Römer in der Zeit der Umwälzungen und der Bürgerkriege. 525

Besitz dieser Länder erst recht fruchtbar zu machen, brachten in das Lebender Bewohner eine neue Bewegung und führten in Bezug auf geistigenBesitz allmälig zu einer Ausgleichung. Dahin wirkten die Verbindungder Landestheile durch Straßen, der Handelsverkehr, in den jede Pro-vinz vermöge der ihr eigenthümlichen Erzeugnisse mit Rom trat, derAufenthalt der Beamten und der Truppen, die Anlegung der Colo-nieen, die Gründung römischer Schulen, die Anziehungskraft, welcheRom und Italien auf den vornehmeren Theil der Bevölkerung aus-üben mußten, die Zusammenkünfte an den Gerichtsorten, das Bedürf-niß der Jugend, sich im römischen Kriegsdienst eine Laufbahn der Thä-tigkeit und der Ehre zu eröffnen. Daher wurde, während die östlicheHälfte des Reiches ihr griechisches Gepräge behielt, die westliche wesent-lich lateinisch nach Sprache und Sitte. So durchliefen diese Ländernachträglich die Bahn der seither in den übrigen Ländern entwickeltengriechisch-römischen Bildung. Sie durchliefen dieselbe aber, ohne neueund eigenthümliche Beiträge dazu zu liefern, bloß, um sich in Besitz desschon Gegebenen zu setzen. Sie kamen daher auch später als die übri-gen Länder bei der Stelle an, wo der Lauf der griechisch-römischenBildung endet, bei der Erkenntniß, wie unzulänglich dieselbe für Be-gründung menschlichen Glückes sei. Da sie aber zu der Zeit, wo dergriechische Theil der Welt sich ausgelebt zu haben scheint, vermöge ihresspäteren Eintrittes in den geschichtlichen Kreis länger von dem in dergriechisch-römischen Welt herrschenden Verderben frei geblieben sind undihre Bevölkerungen eine größere Kraft bewahrt haben, schöpft dasrömische Reich in seiner ferneren Dauer vorzugsweise aus ihnen dieMittel seines Bestehens. Sie tragen also bei, dasselbe so lange zuerhalten, bis sie von ihm, wenn auch mit dem Verluste der eigenenNationalität, die Civilisation und Bildung empfangen haben, vermögewelcher sie den beim Sturze des römischen Reiches einbrechenden Ger-manen die Mittel zur Gründung einer neuen geselligen Ordnung über-liefern können.

40. Die eigenthümlichste Stellung unter allen von Nom abhängi-gen Völkern nahmen die Juden ein, die für ihre Religion schon vonder mittelbaren Abhängigkeit, in welcher sie sich befanden, zu fürchtenhatten. Es war für sie ein harter Kampf unvermeidlich. Bevor der-selbe aber entschieden wurde, erfüllte sich unter ihnen das göttliche Wort,das gleich nach dem Sündenfalle an die ersten Menschen ergangen warund dem gesammten Menschengeschlecht eine Wiederherstellung verkündethatte. Dieses Ereigniß gehört nicht zu der Reihe geschichtlicher Ereig-nisse, deren eines aus dem vorhergehenden zu begreifen ist. Es ist keinErgebniß früherer Ereignisse, nicht einzelner und nicht aller zusammen.Es ist eine geheimnißvolle That der Liebe Gottes und als solche um so