dem Seleucidenreiche, Macedonicn und Griechenland. 451
rissenen Ausschweifung und Auflösung. Nachdem er hiergegen kräftigeMaßregeln ergriffen, schloß er die Stadt mit Pfahlwerk und Wällenein, um sie auszuhungern. Nach 15 Monaten, da die Bewohner allesElend des Hungers erduldet hatten, empfing Scipio als Proconsul vonden Wenigen noch Uebrigen das Anerbieten ihrer Ergebung. Scipiomachte Auslieferung ihrer Waffen zur Bedingung, darauf ermordeten sie,ihnen das Loos der Sclaverei zu sparen, Frauen und Kinder und er-schienen vor dem Sieger, um ihre Stadt zerstören zu sehen und alsSklaven die Heimath zu verlassen. Seitdem ergab sich keine erheblicheStörung des römischen Besitzes in Spanien.
20. Theils gleichzeitig mit diesen Begebenheiten, theils bald nach-her, befestigte und erweiterte sich auch auf Kosten anderer nicht civili-sirten Völker die römische Herrschaft. Die Gallier in den Ebenen desPo, zum Unterschiede von ihren Stammverwandten jenseits den Alpencisalpinische Gallier genannt, waren nur durch wiederholte kriegerischeUnternehmungen in Ruhe zu erhalten und während derselben vermehrtensich die das Land beherrschenden Colonieen. Doch war im allgemeinendie Herrschaft über sie entschieden seit dem Jahre 183, wo die Colo-nieen Parma und Mutina angelegt wurden. In demselben Jahre warLn dem Gebiete der schon vor dem hannibalischen Kriege unterworfenenJstrier, nach Abweisung eines Einfalles transalpinischer Gallier, dieColonie Aquileja angelegt worden. Spätere Kriege in den an die Halb-insel Italien zunächst anstoßenden Gegenden, die in dem Namen Italiennoch nicht mitbegriffen wurden, galten den Ligurern, bereiteten abernur allmälig deren Unterwerfung vor. Die von Iberern bewohntenbalkarischen Inseln eroberte Metellns, ein Sohn des Ueberwinders vonMakedonien, im Jahre 123, wovon er den Namen des Balkarischenerhielt. Um dieselbe Zeit setzten sich die Römer an der Nordküste deswestlichen Mittelmeeres fest, wo ligurische und gallische Völker das rö-mische Italien und das römische Spanien von einander schieden. Hierwar das griechische Masfilia seit langer Zeit den Römern verbündetund dessen Bedrängung durch Ligurer und Gallier führte die römischenWaffen in diese Gegenden, wo zu einer neuen Provinz der Grund ge-legt wurde. Das erste in diesen Gegenden unterworfene gallische Volksind die Salluvier auf der linken Seite der unteren Rhone und inihrem Gebiete entstand im Jahre 123 die erste transalpinische ColonieAquä Sertiä, nach Sertiuö Calvinus benannt, der als Proconsul dieEroberung gemacht hatte. Die Behauptung und Erweiterung des Ge-bietes kostete in den folgenden Jahren einen Krieg mit den Allobrogern,die am mittleren Laufe der Rhone und an der Jsara wohnten und durchdie Unterdrückung der Salluvier aufgeregt waren, so wie mit den Ar-vernern, die jenseits des oberen Liger saßen und schon zu Hannibals
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