dem Seleucidenreiche, Makedonien und Griechenland. 439
ein Schicksal, das dem Schicksal Carthago's glich. Dem Namen nachselbstständig, war er auf Makedonien beschränkt und diente den Römernin dem Kriege, den sie bald mit Antiochus führten. Der ätolisch-syrischeKrieg vom Jahre 195 bis zum Jahre 189 zwang die Aetoler zur An-erkennung römischer Hoheit, gab den Römern Ambracia und Cephalleniaund führte die römischen Waffen unter des afrikanischen Scipio Bruder,der daher den Beinamen des Asiatischen erhielt, zum ersten Male nachAsien. Während im Jahre 189 der eine Consul Fulvius Nobilior denKrieg mit den Aetolern völlig beendigt, dringt der andere, ManliusVulso, ohne Auftrag und gegen den Willen der ihn begleitenden Beauf-tragten des Senates bis zu den Galatern vor und zwingt dieselbendurch schwere Niederlagen zur Ruhe.
15. Kaum hatten die Römer die syrische Macht niedergeworfen,so ergab sich in der hellenistischen Welt mancherlei Stoff zu Besorgnißund Unwillen gegen sie. Philipp hatte auf den Versuch verzichtet, durchAnschließung an Antiochus sich aus seiner Abhängigkeit zu befreien.Von den Feinden, mit denen die Römer kämpften, konnte Antiochusihm selbst gefährlich werden und an den Aetolern hatte er alten Haßzu sättigen. Der Friede veränderte seine Stellung und Stimmung.Wie in Carthago nach dem erlittenen Mißgeschick Hannibal durch innereVerbesserungen eine dereinstige Erhebung vorzubereiten gesucht, verbrachteauch er den Nest seiner Negierungszeit mit Gewinnung neuer Hülfs-mittel. Die Römer, die ihn für seine Bundesgenossenschaft im ätolisch-syrischen Kriege zu lohnen hatten, sahen stillschweigend zu, wie er sichallmälig nach Thessalien, Epirus und Thracien wieder ausbreitete. Da-bei ließ er die Bergwerke mit vermehrtem Eifer bearbeiten, um seinenSchatz zu füllen. Folgenreich konnten die Verbindungen werden, die ermit zwei Völkern, den germanischen Bastarnern am niederen Jster undden keltischen Skordiskern in den Gegenden der alten Triballer, amFlusse Sau oder Savus und in den anstoßenden Donaulandschaften an-knüpfte. Sie gedachte er durch Geldzahlungen zu einem Zuge gegenItalien zu bewegen, wo sie ihre Stammverwandten, die Jnsubrer unddie östlich an dieselben stoßenden Cenomanen aufregen sollten. Auch nachSüden hin schiene» die Aussichten für ihn günstig. Zwar war aufCarthago nicht zu rechnen. Hannibals Thätigkeit wurde daselbst nichtfortgesetzt und Hannibal selbst war, da von Antiochus seine Auslieferungbegehrt worden, zu dem bithynischcn Könige Prusias, dem zweiten diesesNamens, geflohen, dem er in einem Kriege gegen den Nömerfreund Eu-menes diente, bis er, da auch in Bithynien der unversöhnliche Haß derRömer ihn erreichte, sich im Jahre 183 durch Gift das Leben nahm.Doch ließ sich erwarten, daß die jetzt mächtigen Achäer, die, nachdemsie zur Besiegung des Antiochus mitgewirkt, bald von den Römern zu