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Die Römer im Kampfe mit Carthago,
fürchten anfangen mußten, sich ihm anschließen würden. Gleiches galtvon den Rhodiern, in deren Angelegenheiten die Römer, nachdem sieihnen Karten und Lycien geschenkt, bald bei den Streitigkeiten, in diesie mit den neuen Unterthanen geriethen, einzugreifen anfingen. MitPhilipps Bestrebungen hingen auch Zerwürfnisse in seiner Familie zu-sammen. Sein Sohn Demetrius, nach dem zweiten Kriege den Römernals Geisel überliefert, im Kriege mit Antiochus zurückgegeben, befandsich später als Gesandter in Rom, war mit römischem Wesen befreun-det und scheint, von den Römern gewonnen, zu Hause in einem demVater entgegengesetzten Sinne gewirkt zu haben. Hierdurch ward beieinem Hasse, in welchem er mit einem älteren, aber nicht aus recht-mäßiger Ehe geborenen Sohne, Perseus, lebte, der Vater auf dessen Seitegezogen und Demetrius verlor auf des Vaters Veranstaltung das Leben.
16. So ward, als im Jahre 179 Philipp starb, Perseus dessenNachfolger. Rom in seinem Bedürfnisse nach fortdauerndem Kriegehält fortwährend die Blicke auf ihn gerichtet. Aber lange verzögertsich die Entscheidung des Kampfes, da man ihn eine Zeit lang durchUnterhandlungen führt, um die Verhältnisse des Ostens so zu gestalten,daß der Schlag schnell und sicher treffe. Schon unter Philipp hatteman in Betreff der thracischen Küstenstädte, auf welche man dem zwei-ten Eumenes Rechte gegeben, schiedsrichterliche Gewalt geübt und diesenKönig zu feindseligem Verfahren ermuntert, ohne rasch und bestimmtzu entscheiden. Es mangelt nicht an Spuren, daß im Senate eineder altrömischen Sitte getreue Partei die arglistige Verfahrungsweise,mit welcher man unbestimmte Entscheidungen gab und die Keime derFeindschaft künstlich Pflegte, gemißbilligt habe. Auch fand man nichtjeden Augenblick günstig, das Volk zur Entscheidung für den Krieg zugewinnen. Schon vor Ausbruch des letzten Kampfes mit Philipp hattedas Volk den ersten Antrag auf Krieg zurückgewiesen und war erstdurch erneuerte Bemühungen der Reichen, die nach demselben am meistenverlangten, dafür gewonnen worden. Es mußte daher in Rom selbsterst durch den Gang der Verhandlungen eine dem Vorhaben günstigeStimmung geweckt werden, wozu das Erscheinen fremder Gesandten inRom und die Berichte aus der Fremde wiederkehrender römischen Ge-sandten die Gelegenheit bot. So behielt Perseus Zeit zu dem Versuche,eine Verbindung der hellenistischen Staaten gegen Rom zu Stande zubringen. Der Versuch schlug aber überall fehl. Syrien war unterSeleukus Philopator und Antiochus Epiphanes zu sehr mit seinen Plä-nen gegen Aegypten beschäftigt und Aegypten war unter PtolemäusPhilometor schon zu sehr auf römischen Schutz angewiesen, um zu einemUnternehmen gegen Rom die Hand zu bieten. Ueberall wirkten auchrömische Gesandtschaften den makedonischen entgegen und die Zerfallen-