Druckschrift 
1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
437
Einzelbild herunterladen
 

dem Seleucldenrciche, Macedonien und Griechenland. 437

von den Römern gehindert zu werden, an der Ostscite des karthagischenGebietes bei Hadrumetum an. Ohne seine Ankunft abzuwarten, hatteindeß der Senat schon mit Scipio über einen Frieden unterhandelt, alsdessen Hauptbedingung dieser den Verzicht auf alle Besitzungen außer Afrikaaufstellte. Dem Frieden entgegen war aber das karthagische Volk, das! seine Hoffnungen auf Hannibals Rückkehr setzte. Durch seine Aufregung

! ward der zum Behuf der Unterhandlungen geschlossene Waffenstillstand

gebrochen und Scipio forderte setzt auch noch Buße für diese Beleidi-gung. Darüber erschien Hannibal im Jahre 202 und rückte von Ha-drumetum landeinwärts nach Zama vor. Hieher ging Scipio, von Ma-sinissa unterstützt, ihm entgegen und als auch eine persönliche Unterredungs der beiden großen Heerführer nicht zum Frieden führte, wurde eine

Schlacht geliefert, in welcher Hannibal so überwunden wurde, daß ersetzt selbst in Carthago den Abschluß des Friedens, so sehr sich nun auchdie Forderungen der Römer steigerten, ernstlich betrieb. Carthago be-^ hielt bloß sein afrikanisches Gebiet, mußte den Masinissa, der frühergleich Syphar in Abhängigkeit von ihm gestanden, innerhalb der von! den Römern bestimmten Grenzen als unabhängig anerkennen, durfte in

- Afrika nur mit Roms Genehmigung, außer Afrika gar nicht Krieg

führen und verpflichtete sich, Geiseln zu stellen, die Gefangenen zurück-zugeben, seine Kriegsschiffe bis auf zehn auszuliefern und in fünfzigJahren 10,000 Talente zu bezahlen. Scipio beschleunigte den Abschlußdes Friedens, um nicht von dem Consul des Jahres 202, Claudius Nero,! der ihm im Oberbefehl zugeordnet war und dessen Ankunft nur Stürmeverzögert hatten, an selbstständiger Vollendung seines Werkes gehindert^ zu werden. Er brachte im Jahre 201, da man ihm von Nom aus die

!! Entscheidung über die Bedingungen überlassen hatte, den Frieden zum

! Abschlüsse, feierte in Rom einen Triumph, den der gefangene Spphar

zierte und erhielt von der Bezwingung Afrika's den Beinamen des Afri-i kaners. Rom hatte Italien und Sicilien zum zweiten Male gewonnen

und war daselbst in strengerem Sinne Herr geworden, es hatte inSpanien festen Fuß gefaßt und die Nebenbuhlerin nicht bloß gedemüthigt,sondern ihr auch in dem Nachbarfürsten einen Wächter gesetzt. Nach-dem in Syrakus der einzige nicht in das System des Hellenismus ein-; getretene griechische Staat sein Ende erreicht hatte, war der am wei-testen nach Westen vorgeschobene morgenländische Staat, der, während; im Morgenlande der Hellenismus entstand, allein die morgenländische Art^ bewahrt hatte, von tödtlichem Stoße getroffen worden. Indem Rommit ihm gerungen, hatte es bereits einerseits die hellenistische Welt undanderseits die westwärts außerhalb des bisherigen Culturgebietes ge-legene Welt berührt.