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Die Römer im Kampfe mit Carthago,
Wechsel des Oberbefehls entbehrten. Zugleich hatte sich der Gegen-satz des ehemals im Seekriege überlegenen Carthago's und des im Land-kriege überlegenen Roms theilweise, und zwar zu Gunsten Carthago's,ausgeglichen. Während im ersten panischen Kriege Rom vergeblich anBildung einer Seemacht, vermöge deren es das Herz Carthagos zutreffen vermöchte, gearbeitet hatte, war Carthago oder vielmehr sein inSpanien fürstlich schaltender Heerführer dort in Besitz eines Landheeresgekommen, mit welchem er Nom in Italien angreifen konnte. Es mußtesetzt zur Entscheidung kommen, welche Macht die Schicksale der um daswestliche Becken des Mittelmeeres wohnenden Völker bestimmen sollte.Daß im Falle eines Gelingens von Hannibals Plänen Carthago denVölkern dieses Kreises nicht das, was Rom einem noch größeren wurde,geworden wäre, ergibt sich aus den inneren und sittlichen Zuständenbeider Staaten. Nom besaß eine einigende Kraft, Carthago besaß sienicht. War doch schon das von Hamilkar, Hasdrubal und Hannibalgebildete spanische Reich ein von dem Mutterlande getrenntes und, wennauf Alexanders des Großen Spuren die griechische Bildung in Asiennicht den dauerhaften Grund zu einer neuen, die Völker erziehendenOrdnung der Dinge zu legen vermochte, würde den westlichen VölkernCarthago noch viel weniger einen Geist, der schöpferisch wirkte, einzu-hauchen im Stande gewesen sein. Doch so wenig Nom die Größe derihm von Spanien aus drohenden Gefahr ermaß, konnte Hannibal er-kennen, welches der Ausgang sein mußte. Er rechnete auf das, wasdem Epirotenkönige nicht gelungen war, ans die Mitwirkung der inItalien nur widerwillig den Römern gehorchenden Völker, vor allender Gallier, Samniten und Griechen. Er durfte auch auf Unterstützungvon Macedonien rechnen, da das zwischen der karthagischen und derhellenistischen Welt emporgewachsene Rom, das mit den illyrischen Krie-gen schon nach Osten hinüberzugreifen begonnen, auch dort Besorgnisseerweckt hatte. Er mochte den Nachtheil, daß er gegen Heere römischerBürger mit Schaaren heimathloser Söldner zu kämpfen hatte, durch diein seinem Geiste vorhandenen Mittel aufzuwägen und den Nachtheilder Vereinzelung, in dem er sich seinem Staate gegenüber befand, durchdie Erfolge, welche ihm das dort Widerstrebende zuwenden sollten, zubeseitigen hoffen.
8. Zm Frühlinge des Jahres 218 brach Hannibal mit einemlibpsch-iberischen Heere, das eine Anzahl von Stephanien mit sich führte,von Neukarthago auf, überstieg die Pyrenäen an ihrem östlichen Endeund erschien an dem unteren Laufe des Rhodanus zu einer Zeit, woScipio auf dem Wege nach Spanien bei Massilia angelegt hatte. Kund-schaftende Reiter der Römer stießen auf kundschaftende Reiter Hannibalsund, obgleich zwischen beiden ein hitziges Gefecht stattfand, ließ sich