und der Unterwerfung Italiens. 419
aber, ehe sich mit dem Consul das Heer in Samnium vereinigte, so rücktenBeide einander eilig entgegen. Der Zusammenstoß erfolgte bei Herakleaam Siris und Pyrrhus' Stephanien entschieden die Schlacht. Die Römerzogen sich, da Lukanien ihnen feindlich war, auf die nach dem samniti-schen Kriege in Apulien angelegte Colonie Venusia am Aufidus zurückund gingen von da nach Nom, indem sie sich durch Samnium durch-schlugen. Pyrrhus rückte langsam gegen Rom vor, ließ aber den Ci-neas voraus dahin abgehen, um einen Frieden zu unterhandeln, der dieRömer auf den Besitzstand, wie er vor vierzig Jahren gewesen, be-schränken sollte. Der Geschicklichkeit des Unterhändlers, die durch denEindruck der Niederlage unterstützt wurde, trat als Vertreter römischerBeharrlichkeit ein Claudier, Appius Claudius der Blinde, entgegen, derdem Senate einen solchen Muth einflößte, daß alle Vorschläge verwor-fen wurden und Cineas den Auftrag erhielt, die Stadt zu verlassen.Auf dem Zuge ward dem Könige klar, wie weit er von einer Herrschaftin Italien entfernt sei. Die Römer hatten die etruskischen Kriege be-endigt, der bei Heraklea geschlagene Consul folgte bei dem Zuge durchCampanien den Bewegungen des siegreichen Heeres, Capua hielt seineThore verschlossen und die Bundesgenossen, welche der Unmuth gegendie Römer dem Pyrrhus zugeführt hatte, erwiesen sich nicht als so zu-verlässig, wie er sie für seine Zwecke brauchte. Daher kehrte er, ohneeinen Angriff auf Rom zu unternehmen, nach Tarent zurück. Hier empfinger eine wegen Auslösung der Gefangenen unter Fabricius Luscinus anihn abgeschickte Gesandtschaft, die ihren Zweck nicht erreichte, aber dazubeitrug, die beiden kriegführenden Parteien mit Achtung gegen einanderzu erfüllen. Im nächsten Jahre (279) suchte Pyrrhus die Macht Nomsin Süditalien, durch Wegnahme ihrer apulischen Festungen Venusia undLuceria zu brechen und richtete seinen Angriff nach dieser Seite, wo erbei Asculum einen Sieg, nach welchem sich die Römer noch geordnet inihr Lager zurückziehen konnten, so theuer erkaufte, daß er sich sogar ver-anlaßt sah, nach Tarent zurückzukehren. Im nächsten Jahre schloß ereinen Waffenstillstand und gab den Römern, weil sie ihm einen Arzt,der sich gegen die Consuln zu seiner Vergiftung erboten hatte, auslieferten,alle Gefangenen zurück. Voll Unlust über die Mangelhaftigkeit seinerErfolge fand er in der Entwicklung der sicilischen Angelegenheiten will-kommenen Antrieb, Italien zu verlassen, das er wieder zu betreten hoffte,wenn er jenseits der Meerenge eine neue Grundlage seiner Macht ge-wonnen haben würde. Hierdurch wurden die Carthager, als derenFeind Pyrrhus in Sicilien aufzutreten hatte, den Römern genähert.Schon mehrmals hatten beide Völker seit dem ersten Jahre der römi-schen Freiheit Verträge mit einander geschlossen, woraus man sieht, wie-viel Ursache sie hatten, aufmerksam auf einander zu sein. Jetzt führte
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