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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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418 Die Römer während der Ausbildung ihrer Staatsvcrfaffung

Tarent hatte schon die Samniten gegen Rom unterstützt und suchte beider näher gekommenen Gefahr durch Geld bis in das nördliche Italienhinein gegen die Römer zu wirken. Hinsichtlich des Seeverkehrs hattendie beiden Staaten mit einander einen jener Verträge, durch welcheeifersüchtige Nachbarn sich einer den andern fern zu halten suchen. DieRömer sollten, man weiß nicht auf welche Gegenverpflichtung Tarents,nicht in den Meerbusen von Tarent einlaufen und als Grenze galt daslacinische Vorgebirg. Nun hatte der Krieg in Lukanien, der auch dieBruttier gegen Nom in Bewegung gebracht, es erheischt, daß Kriegsbe-darf zu Schiffe nach Thurii gebracht wurde, wodurch ein Ueberschreitenjener Grenzen veranlaßt war. Die Tarentiner nahmen eine feindseligeHaltung an und, da die Römer, vielleicht um sie auf die Probe zustellen, eine kleine Flotte im Angesichte Tarents erscheinen ließen, warddas Volk, eben in einem das Meer überschauenden Theater versammelt,so aufgeregt, daß es sich in die Schiffe warf, die Römer angriff und inFlucht schlug. Die hieraus sich ergebende Nothwendigkeit zu ernstlichemVerfahren kam den Römern ungelegen, da die Kriege im Norden nochnicht zu Ende waren und die Samniten sich noch in fortwährenderGährung befanden. Daher versuchten sie den Weg der Unterhandlung,sahen denselben aber durch Beschimpfung, die ihrer Gesandtschaft zu Tarentvor der Volksversammlung widerfuhr, vereitelt. Von dem nahen Samniumaus, wo noch so eben Unterdrückung von Abfallsversuchen nöthig gewesen,begannen nun im Jahre 281 Angriffe auf das Gebiet der Tarentiner.Diese hatten sowohl an den von ihnen abhängigen Salentincrn alsan den Lukanern und Bruttiern Hülfe, sahen sich aber doch den Römerngegenüber nach einer wirksameren um, und nahmen, wie sie früher schonmit Alexander, Archidamus und Kleonymus gethan, den König Pyrrhusin ihren Dienst. Pprrhus ließ seinen Vertrauten Cineas die Burg vonTarent besetzen und gab, als er nach demselben auch erschien, die Ab-sicht zu erkennen, den Krieg weniger im Dienste Tarents als im eigenenVortheile zu führen. Bei der Unzulänglichkeit der aus seinem kleinenKönigreiche mitgebrachten und nur durch makedonische Unterstützung an-sehnlicher gewordenen Streitkräfte traf er Maßregeln, die Tarentinerfür den Krieg selbst in Anspruch zu nehmen. Samniten, Lukaner undApulier traten zu ihm über, was jedoch, da in Samnium noch ein pro-consularisches Heer stand, keine sofortige Verstärkung seiner Streitkräftebewirkte. Zwischen ihm und dem ihm entgegengesandten Consul ValeriusLävinus fanden anfangs Unterhandlungen statt. Er erbot sich zum Ver-mittler zwischen Rom und Tarent, der Consul aber antwortete mit derAufforderung, über das Betreten des italischen Bodens Rechenschaft zugeben. So begann der Krieg. Da der Consul zu schlagen wünschte,ehe zu dem König samnitische und lukanische Hülfsvölker stießen, der König