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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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und der Unterwerfung Italiens.

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feindlichen Lande hin und her, überall den Anbau zerstörend. In dieserWeise setzte sich der Krieg vom Jahre 298 bis zum Jahre 295 fort.Da faßten die Samniten den Entschluß, den Krieg nach Etrurien zuversetzen und die Römer konnten die Verbindung der beiderseitigenHeere nicht hindern. Es gesellten sich dazu nicht bloß die Umbrer,sondern auch Schaaren von Galliern, die an den Grenzen der Umbrerund Etrusker saßen und von den letzteren zur Theilnahme an diesemKriege gewonnen waren. Eine große Uebermacht stand den Römern,die von den Consuln Fabius Rullianus und Decius Mus geführt wurden,gegenüber. Um dem Gebiete der Gallier naher zu kommen und diesefür sich besorgt zu machen und um das samnitische Heer von Etrurienabzuziehen, rückten die Römer über die Apenninen bis nach Sentinumin Umbrien vor, wo nach schwankendem Kampfe die Todesweihe desConsuls Decius, gleich der seines Vaters am Vesuv, den Ausschlag fürdie Römer gab. In der Folge kämpfen die Römer gegen Samnitenund Etrusker in deren Gebieten besonders. Der Krieg gegen Samniumendigt im Jahre 290 nach einem Siege des Consuls Curius Dentatusmit Anerkennung römischer Hoheit. Ein Nachspiel des Krieges bildetedie Bezwingung der so lange mit Rom in Frieden gebliebenen Sabi-ner, die wahrscheinlich in ihrer Treue durch die Samniten erschüttertworden waren, jetzt aber römisches Bürgerrecht ohne Stimmrecht behiel-ten. Die Etrusker wurden durch die nachdrückliche Bekämpfung derGallier ihrer Hauptstütze berauöt. Im Jahre 283 wurden die Seno-nen, der östliche von zwei nordwärts der Apenninen und diesseits desPo angesiedelten Stämmen, fast vertilgt und da hiedurch der westlichere,bis zur Trebia hin wohnende Stamm der Bojer aufgeregt wurde undüber die Apenninen ging, wurde er im südlichen Etrurien am vadimo-nischen See geschlagen. Seitdem nehmen die gallischen Wanderungendie veränderte Richtung, die sie an der Donau hinab und nach Mace-donien, Thrakien und Griechenland führt. Bis zum Jahre 280 warenalle etruskischen Staaten in Frieden mit den Römern.

29. Schon ehe die Dinge so weit gediehen waren, hatte sich imSüden Italiens eine neue Verwicklung ergeben, die die Römer mitdem Schwerte zu lösen suchen mußten. Für Nom gab es keinen Still-stand auf der Bahn der Eroberung, weil die Erhaltung des Gewonne-nen es in die Nothwendigkeit versetzte, auch außerhalb des Kreises seinerHerrschaft seinen Einfluß geltend zu machen. Unter den entfernterenStaaten erstanden ihm aber jetzt Feinde, weil denselben seine Machtnahe genug gerückt war, um ihnen Besorgniß für ihre Sicherheit ein-zuflößen. Die Lukaner befehdeten die Stadt Thurii und diese, vonTarent, dem mächtigsten der griechischen Staaten Italiens, im Stichegelassen, wendete sich an Rom, das im Jahre 282 Rettung brachte.

Kiesel, Weltgeschichte. I. 27