416 Die Römer während der Ausbildung ihrer Staatsverfaffung
verbürgten, und darauf erhielt das Heer schimpflichen Abzug, indem manMann für Mann durch ein aus Balken gebildetes Joch gehen ließ.Zu Hause wurde aber der Vertrag nicht genehmigt, und man übergabdiejenigen, welche ihn beschworen hatten, den Samniten, ohne daß diesesich an ihnen rächten. Im folgenden Jahre stellten die Consuln Pub-lilius Philo und Papirius Cursor, der eine von Campanien, der anderevon Apulien her in Samnium eindringend, die Ehre der römischen Waf-fen wieder her. Ein Waffenstillstand von 318 bis 316 unterbrach den Krieg.Als er wieder begann, zeigte sich eine große Heftigkeit. Die Samnitensuchten die Verbindung zwischen Latium und Campanien zu stören, dieRömer schickten, um sie offen zu erhalten, den Fabius Nullianus alsDiktator mit einem Heere nach dem den Thermopylen ähnlichen Paffevon Lautulä, wo derselbe durch die bei Fundi von den Bergen herab-kommenden Feinde eine entschiedene Niederlage erlitt. Rom zeigte sichnach Niederlagen am größten, und obgleich seit dem Jahre 311 auchdie Etrusker feindselig auftraten, wurde bis zum Jahre 304, zum großenTheil in Samnium selbst, zwar mit wechselndem Glücke, aber ohneschweren Nachtheil gekämpft. Der Krieg endete mit einem Frieden, derdie Samniten im Besitze ihrer Selbstständigkeit, die Römer aber, da siealle Abfallsversuche im Bereiche ihrer Herrschaft unterdrückt hatten, indem Besitze der Herrschaft über alle bisher unterworfenen Völker ließ.
28. Die Ausdauer Samniums hatte auf Etrurien zurückgewirktund dieses hatte im Jahre 311 mit einem Angriffe auf Sutrium dieFeindseligkeiten eröffnet. Fabius Nullianus drang als Diktator durchden jenseits Sutrium und Nepete gelegenen ciminischen Wald, und dieSache der Römer erlangte ein solches Uebergewicht, daß einzelne deretruskischen Staaten um Frieden baten und hinsichtlich der übrigen einungewisser Zustand blieb, indem die Kriegsunternehmungen unterbrochenwurden, ohne daß Friedensschlüsse zu Stande kamen. Bedeutenderwurden diese Verhältnisse, als der Krieg zwischen Samnium und Romwieder ausbrach. Samnium machte Ansprüche auf Herrschaft in Lu-canien und Rom forderte die Räumung dieses Landes. Diese Veran-lassung brachte bei der in der Lage der Dinge gegebenen Spannungden neuen Ausbruch des Krieges zuwege. Das Absehen der Samnitenwar nun darauf gerichtet, die kleinen nördlichen Sabellerstämme unddie Umbrer für die Theilnahme am Kriege zu gewinnen und so denetruskischen Staaten die Hand zu reichen, daß Rom in großem Bogenvon Feinden umgeben wäre. Desto mehr waren die Römer bemüht,durch Verträge mit den betreffenden Völkern und durch Gewinnungfester Punkte in ihren Gebieten die Herstellung dieser Verbindung zuhindern. Gegen Samnium selbst aber verfolgen sie diesmal nur denPlan eines Angriffes von Campanien aus, und ihre Heere ziehen im