und der Unterwerfung Italiens. 411
endigung der Feldzüge herbeigeführt wurde, eine Reihe von Kriegen,welche im Laufe eines Jahrhunderts die Unterwerfung von ganz Italien,das nach römischem Sprachgebrauche bloß die Halbinsel und nicht auchdie Landschaften des Po umfaßte, zum Ergebniß hatte. Das bisherigej Leben Noms hat für die Weltgeschichte nur die Bedeutung, daß es zeigt,wie zu einem Staate, der später alle gebildeten Völker umfassen sollte,s in der Beschränkung eines städtischen Gemeinwesens der Grundriß ent-
! worfen und der Grundstein gelegt wurde. Nun aber erweitert sich der
> Bau zur Aufnahme der italischen Völker, die vor und neben den Rö-
^ mern lebend uns nicht bekannt werden, bis sie in deren Staatswesen
j aufgehen und demselben die Kraft geben, sich im Süden und Osten mit
^ Carthago und den hellenistischen Staaten zu messen, nach Westen und
! Norden aber ihre Waffen in Länder zu tragen, deren Bewohner erst
^ durch sie in die Bewegung der an allmäliger Verbreitung der Bildung
i und Gesittung arbeitenden Geschichte hereingezogen werden.
23. Eine Vorschule zu den Kriegen mit den italischen Völkernwaren neue gallische Kämpfe, die bei der abermaligen Gefahr, welchesie dem Bestehen des Staates brachten, in höchster Anspannung seinekriegerische Kraft stählten. Neue gallische Schwärme waren über dieAlpen gekommen und von ihren Landsleuten, die das Land diesseits schonbesaßen, weiter fortgeschoben worden. Ihre Züge suchten die ganzeHalbinsel heim und so blieb auch Roms Gebiet, ohne daß sie einemPlane zufolge dasselbe ausgesucht hätten, nicht verschont. Eine Reihevon Kämpfen mit ihnen füllt die Jahre von 360 bis 348, die sich beider den Beutezügen roher Völker eigenen Regellosigkeit ihrem Verlaufenach kaum übersehen lassen. Auch die römische Ueberlieferung hat sichhauptsächlich an einzelne Heldenthaten, wie die Zweikämpfe des TitusManlius Torquatus und des Marcus Valerius Corvus gehalten.Zwischen die gallischen Kriege fallen Kriege gegen die Herniker, die in
i dem durch den ersten gallischen Krieg über Nom gekommenen Unglück
sich von dem Bündniß getrennt hatten, gegen das latinische Tibur, das,
! Roms neue Noth benutzend, abtrünnig wurde, gegen die Städte Tar-
^ quinii und Falerii, die in altem Groll von Neuem zu den Waffen
s griffen.
24. Die großen Kriege, in denen sich die Herrschaft über Italienbegründete, begannen durch einen von Campanien ans veranlaßten Zu-sammenstoß der Römer mit den Samniten. Der aus Römern, Latinernund Hernikern gebildete Bundesstaat grenzte am obern Liris an dasmächtige Volk der Samniten. Dieses sabellische Volk, von dem nichtder Eroberung halber, sondern in Folge von Ueberfüllung des Landes,Lukaner und Apuler, ohne im Zusammenhang mit ihm zu bleiben, aus-
- gegangen waren, suchte auch nach Westen weitere Ausbreitung. Nicht