und der Unterwerfung Italiens.
405
Beschluß des Senates, sondern auf Beschluß der Centuriatcomitien unter-nommen wurde, brachte Fidenä zum Falle und die Vesenter schlossen imJahre 425 einen zwanzigjährigen Waffenstillstand. Dieser war, da ernach den zehnmonatlichen Jahren der Etrusker berechnet wurde, imJahre 407 abgelaufen. Ansprüche der Römer mögen die Vejenter zueinem Kriege genöthigt haben. Die Verhältnisse Etruriens waren fürsie noch ungünstiger geworden. Die gallische Wanderung, die ein Jahr-hundert später ihre Wogen nach Makedonien und Griechenland wälzte,begann von Norden her auf die Etrusker zu drücken und statt der er-sehnten Hülfe des etruskischen Bundes erhielten sie nur die der beidenStädte Capena und Falerii. Rom führte den Krieg mit dem festenEntschlüsse, Veji zu unterwerfen. Dazu war aber bei der festen Lageder Stadt eine anhaltende Einschließung nöthig und, wenn die Kriegerohne Unterbrechung im Felde bleiben sollten, mußte man ihnen Soldgeben, wozu die Mittel wahrscheinlich in Erneuerung der Abgaben fürNutzung des Staatsgutes gewonnen wurden. Der Krieg, dessen Ge-schichte die Ueberlieferung mit reichlichem Schmucke bekleidet hat, endetemit der Eroberung der vom Jahre 405 bis zum Jahre 396 belagertenStadt durch den Diktator Marcus Furius Camillus. Im Laufe dernächsten Jahre bekamen auch Capena und Falerii, sowie Volsinii, dassich ebenfalls zum Kriege gegen Rom erhob, erbetenen Waffenstillstand.Nach der Beendigung des Krieges stand Camillus, der Rom von einemseine Entwicklung hemmenden Gewichte befreit hatte, in großem Glanzeda. Die Zwietracht der Stände verkümmerte aber dem Staate denGenuß des Gewinnes und dem Sieger den Genuß des Ruhmes. Andie neue Eroberung knüpfte sich sogleich ein Verlangen der Plebejer nachLandanweisung und, während die Patricier das gestimmte feindliche Ge-biet zu Staatsgut hatten machen wollen, sahen sie sich zu einer Abfin-dung durch theilweises Willfahren genöthigt. Ein eifriges Verfechteneigensinniger patricischer Ansprüche machte Camillus verhaßt und derHaß entlud sich in der Klage, daß er sich von der Beute zuviel zugeeig-net. Ungewiß ist, ob er vor Centimen oder Curien zu Recht stand,aber gewiß, daß er nach Ardea in die Verbannung ging, wo er denRömern gewünscht haben soll, daß sie bald sich nach ihm zu sehnen ge-nöthigt würden.
19. Zu fernerer Bewährung seiner kriegerischen Tüchtigkeit gab demCamillus ein Ereigniß Veranlassung, das für Rom nicht allein dieFrüchte des letzten Sieges, sondern das Bestehen in Frage stellte.Gallier, die muthmaßlich durch das obere Thal der Rhone und über denPaß des Simplon den Weg nach Italien gefunden, hatten mit Vernich-tung des am Po liegenden Etruriens sich zwischen Ligurer und Venetergedrängt und im Jahre 391 ließen schon aus dem diesseitigen Etrurien