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Die Römer während der Ausbildung ihrer Staatsverfaffung
schmälern konnten, wurden dem Staate für die Folge krampfhafteZuckungen nicht erspart. Es mußte vielmehr auf der durch die neueVerfassung gewonnenen Grundlage die Plebs, die bei fortdauerndemWachsen des Staates, wie sie an Bedeutung zunahm, so auch ihre An-sprüche steigerte, das Erhaltene durch Erkämpfung ausgedehnterer Be-fugnisse zu erweitern trachten und daraus entwickelte sich für Jahr-hunderte ein Kampf der Stände, dessen Ergcbniß staatsbürgerlicheGleichheit war.
6. Wie Servius Tullius durch seine Verfassung den Grundriß,nach welchem der römische Staat sich auöbauen sollte, gezeichnet hat,gab er auch der Stadt, die dessen Haupt war, für Jahrhunderte ihreRingmauern, indem er bei dem durch neue Ansiedelungen entstandenenBcdürfniß der Erweiterung zu den schon bewohnten fünf Hügeln auchdie beiden östlichen, den viminalischen und esquilinischen bebaute und sodie Stadt zu der Siebenhügelstadt machte, für welche seine Mauer in-dessen ihre militärische Wichtigkeit in der Folge dadurch verlor, daß sichnach allen Seiten Vorstädte anschlossen. Einen ferneren Ausbau be-wirkte er dadurch, daß er das Vcrhältniß Noms zu den Latinern in einerWeise ordnete, wodurch sich Roms Hoheit über Latium begründete.Noch entstand zwar kein eigentlich hegemonisches Verhältniß, aber Zu-sammenhang und Gleichheit beider Völker erhielten einen bestimmterenAusdruck. Hatte bisher Nom an den Festfeieru, die der latinische Bundseit Alba's Untergang nicht mehr, wie einst, auf dem albanischen Berge,sondern am ferentinischen Quell beging, Antheil genommen und hatte sodas Volk, das Latiums Sprache zu einer Sprache der Welt gemachthat, dem Volke, von welchem ein bedeutender Anstoß zur Gründungseines eigenen, besonderen Bestehens ausgegangen war, eine Huldigunggebracht, so begann setzt eine Theilnahme der Latiner an einem dieBundesgenossenschaft darstellenden Feste auf dem Aventinus, wo dieRömer den Vorstand bildeten und die Latiner nur Gäste waren. Romwar also mit voller Selbstständigkeit Mitglied des latinischen Bundes.Daß bei einer solchen Gemeinschaft der mit großer Lebenskraft sich ent-wickelnde und durch die neue Verfassung zu erhöhter Thätigkeit belebterömische Staat ein Uebergewicht erlangte, war um so natürlicher, alsLatium bei seitier Getheiltheit nicht das zu Erhaltung seiner Selbststän-digkeit nöthige Gegengewicht bildete und nur in einzelnen Zeitpunkten,wo der Anblick drohender Gefahr die einzelnen Städte vereinigte, gegenden überlegenen nach Herrschaft trachtenden Bundesgenossen in dieSchranken trat, um, wenn der Versuch mißlang, das Uebergewicht, dasder Sieg deutlicher herausgestellt hatte, desto entschiedener zu fühlen.Wie die Plebejer in das Bürgerthum ausgenommen sind, treten in dievon ihnen verlassene Stellung die Latiner ein und es setzt sich das in
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