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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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und dc^ Unterwerfung Italiens.

in der Folge einen Bestandteil Noms ausinachte. Das dritte derVölker, welches zu der Gründung Roms mitwirkt, sind die Latiner,deren Gebiet, das engere Latium, an der linken Seite der unteren Tiberliegt. Sie sind entstanden aus einer Verbindung der hier wohnendenpelasgischen oder sikelischen Bevölkerung mit dem Volksstamme der Cas-ker oder Aboriginer, eines muthmaßlichen Zweiges der Umbrer, die vorihrer Zurückdrängung durch die Sabiner vom Gebirge herab erobernddiesen Theil der Ebene in Besitz genommen hatten. Die Latiner haben,den Andeutungen einer Sage zufolge, noch einen dritten Bestand-teil in sich ausgenommen, der, wenn auch nicht an Zahl, doch durchFamilie seiner Führer bedeutend war und auf die Entstehung Nomseinen entscheidenden Einfluß hatte. Nach dem Falle Troja's, hieß es,habe unter Aeneaö eine Schaar von Flüchtigen aus dieser Stadt aufweiter Fahrt hier eine neue Heimath gefunden und Aeneas' Familiehabe die Herrschaft in der Stadt Albalonga erhalten, welche unterdreißig unabhängigen, aber verbündeten latinischen Städten den Vor-rang und die Leitung gemeinschaftlicher Angelegenheiten hatte. DieArt, wie die Erzählung Romulus, den Gründer Roms, an das Geschlechtder Aeneaden knüpft, deutet daraus hin, daß in Folge einer zu Albavorgegangenen Umwälzung Angehörige des beeinträchtigten Herrscher-geschlechtes mit zahlreichem Gefolge einen neuen Wohnsitz suchten. Wennnun dem Nomulus in Nemus ein Bruder gegeben wird, der bei Grün-dung der neuen Niederlassung in Folge eines zwischen beiden entstande-nen Zwistes gefallen sei, so hat sich damit nur die Erinnerung, daß dieneuen Ansiedler erst nach siegreichem Kampfe mit älteren Bewohnernder Gegend sich befestigt haben, einen sinnbildlichen Ausdruck geschaffen.Zugleich ist die Sage von dem Brudermorde im Laufe der Zeit, da derrömische Staat sich stets in Kämpfen zwischen entgegengesetzten An-sprüchen erweiterte und neu begründete, ein Sinnbild für dessen Ge-s schicke geworden. Daß man aber die Ankunft der albanischen Ansiedler

! als die eigentliche Gründung des römischen Staates darstellt, rührt von

dem Bemühen her, demjenigen, was allmälig erwachsen war, einen" festen und bestimmten Anfangspunkt zu geben, wobei die berichteten

^ wunderbaren Erscheinungen, die ans eine göttliche Einwirkung hindeuten,

den späteren Geschlechtern zugleich das Recht des Bestehenden versinn-i lichten und eine Gewähr für dessen Dauer bezeichneten. Es ist nicht

» bekannt, in welcher Reihenfolge nnd Zahl die Ansiedlungen von Etrus-

L kern, Sabinern und Latinern stattgefunden haben, auch nicht bekannt, ob

» Romulus und die Seinigen die ersten latinischen Ansiedler sind oder nur

ein auf frühere Ansiedlung gepfropftes verjüngendes Reis darstellen.Indem aber die Sage Romulus mit dem Pfluge, um einen viereckigenPlatz zum Bau der Stadt Nom zu bezeichnen, eine umgrenzende Furche