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Das macedoinsche Reich unter den Antigonidcn
Methode des Prüfens eine Kunst der philosophischen Erörterung ein-führte, welche die Lehrsätze der anderen philosophischen Richtungen inZweifel zu ziehen und ihre Annahmen als nicht nothwendige nachzu-weisen lehrte. Hierdurch näherte sich- die Akademie dem schon vonAlexanders Zeitgenossen und Begleiter, dem Pyrrho aus Elis, begrün-deten Skepticismus, der überhaupt die Möglichkeit einer Erkenntniß be-stritt und das Wesen der Weisheit mehr in einem gleichgültigen Ver-halten und einer daraus hervorgehenden Leidenschaftslosigkeit und Cha-rakterfestigkeit als in bestimmt ausgesprochenen Ergebnissen des Denkenssuchte. Mittelst dieser Eigentümlichkeit trug die neue Akademie wesent-lich dazu bei, das Bewußtsein der Unzulänglichkeit alles bisherigenForschens über die höchsten Fragen des menschlichen Daseins zu vollen-den und die Geister mit den Mitteln zu versehen, durch welche sie dieAnforderungen aller bisherigen philosophischen Lehren zurückweisen undso für eine auf ungekannten und ungeahnten Grundlagen zu erbauendeErkenntniß empfänglich machen sollten. Diesen Dienst der Menschheitzu leisten trugen zwei andere philosophische Richtungen, die der Epiku-reer und der Stoiker mittelst der Aufstellung bestimmter, in das Lebentief eingreifender Meinungen bei, die sich zu einander in scharfem Gegen-sätze befanden und so den Beweis lieferten, daß auf den im griechischenHeidenthum gegebenen Grundlagen eine Berichtigung des Jrrthums auch Hmittelst des Ueberspringens in eine entgegengesetzte Ansicht nicht zu er- ulangen war. Schon im Anschluß an Sokrates hatte Aristipp aus Cy-rene durch die von ihm ausgehende cyrenäische Schule eine Werkstätteder Philosophie eröffnet, wo die Neigung zum Genüsse des Lebens eineauf Grundsätzen beruhende Rechtfertigung fand. Von großer Neigungzum sinnlichen Genüsse geleitet, hatte er in einseitiger Verfolgung sokra-tischer Lehren, die auf eine durch Weisheit zu gewinnende Glückseligkeithinwiesen, die Empfindungen der Lust als Zweck des menschlichen Lebensbezeichnet und, wenn auch Empfehlung ungezügelter Sittenlosigkeit nichtin der Absicht der ersten Häupter der Schule gelegen, mußte die Auf-stellung jenes Grundsatzes oft zu einer Rechtfertigung der Hingebungan die Sinnenlust führen. Auf dem durch den Hedonismus des Ari-stipp gebahnten Wege wurde die Philosophie weiter geführt von Epi-kurus aus dem attischen Flecken Gargettus, der in der Zeit der späteren IDiadochenkämpfe als Lehrer des Eudämonismus zu Athen auftrat. Die Iinzwischen durch die Philosophie in der Kunst der Beweisführung ge- imachten Fortschritte dienten ihm dazu, die cyrenäische Lehre neu zn »begründen und, indem er an die Stelle der sinnlichen Lust eine höhere >geistige setzte, zu verbessern. Seine Lehre stand mit der im Leben der lhellenistischen Welt herrschenden Richtung in einer so engen Beziehung, >daß sich nicht sagen läßt, ob mehr das im Leben bereits Anerkannte »