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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Das macedonische Reich unter den Antigomdcn

bald Ephoren, bald einzelne Könige, die nicht heraklidischen Stammeswaren, gehabt. In der ersten Zeit von Philopömcns Wirksamkeitstand ein Tyrann, Namens Machanidas, an der Spitze des Staates, derbei einem Kampfe mit den Achäern im Jahre 206 bei Mantinea durchPhilopömen Niederlage und Tod fand. An seine Stelle trat der fre-velhaftere, dem Apollodor von Kafsandrea vergleichbare Nabis. Erhatte zur Zeit, da die Achäer sich mit den Römern verbündet, Argos, dassich iin Unwillen hierüber von ihnen trennte, unter Mitwirkung Philippsfür sich in Besitz genommen und, um die Bevölkerung zu gewinnen,Schuldentilgung und neue Ländervertheilung angeordnet. Dann hatteer die Sache Philipps verlassen und sich den Römern angeschloffen, daaber die von Rom verkündete Freiheit sich auch für Argos verwirklichensollte, sich dieser widersetzt und von einem römisch-griechischen Heere inder Nähe von Sparta zwei Niederlagen erlitten. Hierdurch ging nichtallein Argos an die Achäer verloren, sondern diese erhielten auch eineSchutzherrschaft über eine Anzahl lakonischer Küftenstädte, deren Bevöl-kerung während der letzten Umwälzungen unter dem Namen der Eleu-therolakonen eine unabhängige Stellung eingenommen hatte. Vernich-tung des Nabis lag aber nicht im Plane der Römer, da das Besteheneiner den Achäern feindlichen Macht ihnen die Gelegenheit zum Ein-mischen in die griechischen Angelegenheiten und zur Verbreitung ihrerHerrschaft in Griechenland zeigte. Nach dem Abzüge der Römerim Jahre 194 begann er neuen Krieg gegen die Achäer, wurde vonPhilopömen, der eine Zeitlang durch feindselige Einflüsse dem Bundeentfremdet gewesen und nun nach einem Aufenthalte in Kreta wiederan dessen Spitze getreten war, bedrängt, bat die inzwischen mit Nomverfeindeten Aetoler um Hülfe und wurde von dem Anführer ihrerHülfstruppen erschlagen. Nun setzte Philopömen durch Eroberung vonSparta im Jahre 188 dem von Aratus begonnenen Gebäude denSchlußstein auf. Die spartanische Verfassung ging in ihren letztenResten unter. Die Befestigungen der Stadt, einst gegen Demetriusund Pyrrhus angelegt, von Nabis erweitert, wurden zerstört, dievon den Tyrannen in das Bürgerrecht Aufgenommenen verbannt unddie von ihnen Verbannten wieder eingesetzt, für die Jugend aber eineErziehung nach achäischer Sitte angeordnet. So in seinem Wesen ver-nichtet trat der Staat in den achäischen Bund, der, da auch Elis undMessenien sich ihm anschlossen, nebst Megaris die ganze Halbinsel umfaßte.

12. So war, hinsichtlich seiner Ausdehnung betrachtet, der achäischeBund auf der höchsten Stufe seiner Macht angelangt. Aber es fehltefür ihn an einer Aufgabe, in deren Lösung er die gewordene Machthätte bethätigen können. Makedonien war schon durch Rom gedemü-thigt, und die Macht Roms stand bereits so groß und gebietend da, daß