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Das makedonische Reich unter den Antigonidcn
müssen. Zwar kommt er, da er den Aratus nicht zu gemeinschaftlichemVordringen gegen Megara hat bewegen können, bald zurück, aber dieStimmung ist zu seinen Ungunsten geändert, Agesilaus hat Schritte zurGewinnung tyrannischer Gewalt gethan, Leonidas ist heimgekehrt, Agiswird gefangen genommen und im Kerker ermordet, Kleombrotus undAgesilaus verlassen das Land und Leonidas ist alleiniger König. DieseEreignisse haben sich um 240 vor Ehr. zugetragen.
7. Die von Agis beabsichtigte Umwälzung wurde 14 Jahre späterdoch ausgeführt. Für seine Pläne scheint sich Leonidas' Sohn, Kleome-nes III., früh begeistert zu haben und als derselbe, von seinem Vatergezwungen, des Agis reiche Wittwe geheirathet hatte, nährte diese inihm den Gedanken an Verwirklichung des Unternehmens, in welchemihr früherer Gatte untergegangen war. Kleomencs war ein Mann vongroßer Willenskraft und Andere mit fortzureißen geschickt, zugleich mitden Eigenschaften eines Feldherr» begabt. Ungeachtet er seine Zweckemit Gewaltthätigkeit und ohne Scheu vor Blutvergießen verfolgte, ister der bedeutendste Charakter, den Griechenland in der makedonischenZeit aufzuweisen hat. Ein Krieg gegen die Achäer, dessen SchauplatzArkadien war, bildete das Vorspiel zur Durchführung der Umwälzungin Sparta und eröffnete zugleich eine Aussicht auf Erhebung Sparta'szu seiner alten hegemonischen Würde. Zunächst nahm Kleomenes dieStädte Tegea, Mantinea und Orchemenus weg, die sich in ätolischeSympolitie begeben hatten und für deren Verteidigung von Seiten derAetoler nichts geschah. Dieses Vorrücken nach Arkadien machte dieAchäer besorgt und um Angriffen derselben zu begegnen, legten dieSpartaner in dem Gebiete des achäischen Megalopolis bei Belmina eineFeste an. Es begann ein Krieg, in welchem sich Aratus als Feldherrso untauglich erwies, ja einen solchen Mangel an Muth verrieth, daß ernur aus Eitelkeit, ungeachtet der ihm fühlbar gewordenen Geringschätzung,sich in seiner Stelle behauptete, in welcher er die erlittenen Verluste,namentlich eine Niederlage bei Megalopolis, wieder gut zu machensuchte. Während dieses Krieges verließ Kleomenes plötzlich, indem erden durch Märsche ermüdeten Lacedämoniern Ruhe gönnen zu wollenschien, Arkadien in Begleitung seiner Söldner, erschien in Sparta, ließdie Ephoren niederhauen und setzte so mittelst ihrer Vernichtung durch,was Agis mit ihrer Hülfe hatte erreichen wollen. Es kam die Schul-dentilgung, die wohl mit Agis' Sturz wieder rückgängig gemacht wordensein muß, zu Stande, sowie Ländertheilung und Erweiterung der Bür-gerschaft durch Aufnahme von Periöken. Die Ephoren blieben abge-schafft. Kleomenes regierte allein und gesellte sich nur der Form nachseinen Bruder Euklidas bei, so daß zwei Könige derselben Linie regier-ten. So weit waren die Dinge im Jahre 226 vor Ehr. gediehen.