und Griechenland bis auf Philopömen.
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wo solche Gedanken sich zu verwirklichen begannen, trat nicht langenach dem Tode des Antigonus Gonatas ein, als der Ägide Leonidas II.,der Sohn des Abenteurers Kleonymus, und der Eurypontide Agis III.oder, wenn man den zweiten Eurypontiden als Agis I. rechnet, Agis IV.,der Enkel und zweite Nachfolger des bei Mantinea von Demetriusgeschlagenen Archidamus IV., Könige waren. Agis war bereit, seineigenes großes Vermögen der Herstellung eines der lyknrgischcn Ver-fassung entsprechenden Zustandes zum Opfer zu bringen und fand anLeonidas, der an astatischen Höfen gelebt und mit dem Bedürfnis' asia-tischen Lebensgenusses den Stolz und die Selbstsucht des Rcichthumsmitgebracht hatte, einen entschiedenen Gegner. Obgleich seine Vor-schläge in der Gerüste durchfielen, wußte er die damaligen Ephorenzu gewinnen und mit ihrer Hülfe die Absetzung des Leonidas, an dessenStelle dessen Schwiegersohn und ein Seitenverwandter der Ägiden, Kleom-brotus II., erhoben ward, zu bewirken. Dem Beifalle, den Agis' Vor-haben, sofern es auf Erneuerung des alten ächten Sparta's gerichtet war,finden konnte, trat die Erwägung entgegen, daß mit dessen Verwirk-lichung eine Aufwiegelung der besitzlosen Masse, eine Störung des' rechtmäßigen Besttzzustandes und eine völlige Auflösung des Staatesverbunden sein werde. In der That gehörte zu dem Plane eine neueVertheilung des Grundbesitzes und möglich ist es, daß man, um dasBeabsichtigte durch Anknüpfung an den Namen Lykurgs zu empfehlen,erst jetzt dem alten Gesetzgeber, dessen Gesetze sich nicht ausgeschriebenfanden und von dem man durch mehr als ein halbes Jahrtausend ge-trennt war, eine gleichmäßige Vertheilung des Grundbesitzes zuschrieb,die dessen auf Gleichheit der Bürger gerichtete Maßregeln noch überbot.So betrachtet würde das Unternehmen des Agis dem der hellenistischenZeit eignen Bestreben, gegebene Verhältnisse nach neu ersonnenen Plä-nen und mit Hülfe bloßer Berechnung umzugestalten, völlig entsprechen.Daß es mißlang, war das Ergebnis; der Bemühungen des in Spartagebliebenen Leonidas und der eigennützigen Art, mit welcher Agis'Oheim, der verschuldete Agesilauö, den Plan für sich ausbeutete. DiePartei des Leonidas setzte eine neue Ephorenwahl in ihrem Sinnedurch, Agis und Kleombrotus stürzten die Neugewählten und Leonidasfloh nach Tegea. Nun wurden wieder andere Ephoren, unter ihnenAgesilaus,. gewählt. Da setzte der Oheim des Königs die Vertilgungaller Schuldverschreibungen durch und trat, als er so seinen Grundbesitzschuldenfrei sah, der Durchführung der Landvcrtheilung entgegen. Na-türlich erschien das Unternehmen in dem gehässigen Lichte eines An-schlages zur Bereicherung der Anhänger des Agis. Um diese Zeit warAgis durch eineu Heerzug entfernt, den er bei dem Anrücken der Aetolers gegen den Peloponnes zur Unterstützung der Achäer hatte unternehmen
i Kiesel, Weltgeschichte. I. -)g