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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Das macedonische Reich unter den Antigoniden

reichte in Areus' und Akrotatus' Zeit seinen Gipfel. In einer engenWechselbeziehung mit solcher Ausartung der Sitte stand die Zunahmeder Vermögensungleichheit. Die großen Verluste an Bürgern, welcheSparta in dem dritten messenischen Kriege, in dem peloponnesischenKriege und in dem Kriege mit Theben erlitten, hatten die Zahl derHände, in welchen sich der gesammte spartanische Grundbesitz befand,beträchtlich verringert. Wie groß die Ungleichheit des Besitzes in derkleinen Zahl nun war, zeigt sich daran, daß es einem Theile der Spar-tiaten an den Mitteln zur Führung der lpkurgischen Lebensweise nament-lich zur Bestreitung der Spssitien gebrach, woraus für sie im Gegensatzzu den Gleichen oder Homöen eine Schmälerung bürgerlicher Befugnissehervorging. Ein fernerer Grund für Zunahme der Vermögensungleich-heit wird in einem Gesetze gefunden, welches in dem nächsten halbenJahrhundert nach dem peloponnesischen Kriege durch einen Ephoren Epi-tadeus bewirkt worden sein soll. Dadurch wurde zwar die Unverkäuflich-keit des Grundbesitzes nicht aufgehoben, aber eine Veräußerung durchSchenkung und letztwillige Verfügung gestattet. Wie ein solches Gesetzschon ein Uebergewicht der Reichen voraussetzt, gab es auch die Gelegenheit,das Vermögen durch Verschwägerung und Vermächtniß allmälig in weni-geren Händen zu vereinigen. Um die Zeit, da der achäische Bund in seinerBlüthe stand, war die Zahl der Spartiaten auf 700 herabgesunken undvon ihnen besaßen 100 das gesammte spartiatische Grundeigenthum,während die übrigen, da ihnen Gewerbe zu treiben nicht erlaubt war,in Armuth schmachteten. So war der spartanische Staat zu einer Oli-garchie im strengsten Sinne geworden, da die das volle BürgerrechtGenießenden ihren kleinen Kreis sorgfältig geschlossen hielten und dieUeberlegenheit, die ihnen der Reichthum gewährte, dazu benutzten, dieAngelegenheiten des Staates in ihrem Sinne zu lenken und jeder aufHerstellung eines besseren Zustandes zielenden Maßregel vorzubeugen.Unter diesen Umständen war in gleichem Maße die Macht der Königegesunken und die der Ephoren gestiegen. Da die Könige als Heerführerleicht außerhalb des Staatsgebietes mit denjenigen, die unter dem be-stehenden Zustande litten, nähere Verbindung anknüpfen konnten, benutztedie Oligarchie die Ephoren, bei deren Wahl sie ihren ganzen Einflußgeltend machte, zu einer Beschränkung der königlichen Macht, wodurchdie Gefahr einer Rückkehr zu früheren Zuständen beseitigt werden sollte.Beendigung eines Krieges, Zurückberufung eines Königes, den sie zurRechenschaft ziehen, ja absctzen konnten, war in den Händen der Epho-ren das Mittel, einer derartigen Gefahr nicht bloß für den Augenblickvorzubeugen, sondern auch die Könige immer abhängiger zu machen.Nichts desto weniger mußte, wenn der Druck der Oligarchie abgeworfenwerden sollte, das Königthum das Werkzeug dazu sein. Der Zeitpunkt,