und Griechenland bis auf Philopömen. Z51
zweiten Versuche die Befreiung Athens, indem er die makedonische Be-satzung durch Unterhandlungen zum Abzüge bewog. Der Verlust, denMakedonien hier erlitt, begünstigte die Fortschritte des achäischen Bundesin den Landschaften Argolis und Arkadien. So kam es in der Zeitdes Antigonus Doson dahin, daß der Bund Megara und den ganzenPeloponnes mit Ausnahme von Sparta, Messenien, Elis und einemTheile von Arkadien umfaßte. Elis stand mit den Aetolern im Bunde,einige arkadische Städte hatten mit denselben sogar Sympolitie. InMittelgriechenland war nur noch das durch die Besatzung von Chalcisbeherrschte Euböa in makedonischen Händen. Athen stand mit demachäischen Bunde in Freundschaft, blieb aber in vereinzelter Stellung.Aehnlich war es mit Böotien, wo sich, seit Thebens Herstellung durchKassander, der alte böotische Bund erneuert hatte. Zwar waren imJahr 245 die Böoter von den sich ausbreitenden Aetolern, da sie dieHülfe, welche der über die Meerenge gegangene Aratuö bringen sollte,nicht abwartcten, bei Chäronea geschlagen worden und hatten dem äto-lischen Bunde bcitreten müssen, aber dieses Verhältniß scheint kein dauern-des gewesen zu sein. Eine wesentliche Veränderung in den griechischenVerhältnissen ergab sich durch einen Zusammenstoß des achäischen Bun-des mit Sparta, den dieses in Folge einer inneren Umwälzung suchte.
6. Das Aufblühen des achäischen Bundes war geeignet, auch inandern griechischen Staaten die Erinnerung an bessere Zeiten zu wecken.Eine ganz besondere Bedeutung hatten die Fortschritte des Bundes fürSparta, das einst den Peloponnes, eine Zeit lang sogar Griechenland,beherrscht und noch in der makedonischen Zeit mehr als einmal mitGlück gegen die Beherrscher des übrigen Griechenlands gekämpfthatte. Mit der Erinnerung an seine glänzende Vergangenheit mußtesich bei solchen, die deren Rückkehr wünschten, die Betrachtung ver-binden, daß durch eine gänzliche Veränderung seines Wesens demStaate die Grundlage genommen sei, auf welcher einstens seine Machtaufgebaut gewesen. Zwar hatte man in Äußerlichkeiten eine großeAnhänglichkeit an das Hergebrachte, aber Sitte und Lebensweise, dieeinst Sparta stark gemacht, waren seit dem peloponnesischen Kriegeimmer mehr in Verfall gerathen. Die Ursachen, welche dazu gewirkt,hatten in der makedonischen Zeit eine noch viel größere Stärke erlangt.Als Sparta in Griechenland keinen Schauplatz mehr für die Uebungund Bewährung seiner kriegerischen Tüchtigkeit hatte, lieferte es aus-wärtigen Staaten Söldner und Söldnerführer und diese wurden durchdie Gewohnheit eines von keinen sittlichen Schranken umzogenen Krie-gerlebens, durch die aus der Fremde heinigebrachten Bedürfnisse undMittel des Lebensgenusses immer unfähiger, den Geist des lykurgischenSparta's fortzupflanzen. Was in Lpsanders Zeit begonnen hatte, er-