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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Das Reich der Seleuciden bis auf Antiochus VIl.

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der neu eingenommenen Stellung zu finden glaubt. Die Gläubigensahen also in den Seleuciden Bundesgenossen ihrer Feinde und gedachtenmit Sehnsucht der ägyptischen Zeit, wo sie Angriffen Seitens der Herr-scher nicht ausgesetzt gewesen waren. Da aber die Befestigung derSeleuciden in den Grenzlanden und die zunehmende- Schwäche desägyptischen Reiches jede Hoffnung auf eine Hülfe der Ptolemäer abschnitt,keimten während des im Osten sich mehrenden Abfalles von ProvinzenWünsche für eine nationale Selbstständigkeit auf, die der religiösenSelbstständigkeit zum Schutze dienen sollte.

8. Natürlich mußten nun die Könige auch in eine religiöse Unduld-samkeit gegen die Juden gerathen, da sie in Vernichtung ihrer religiösenSelbstständigkeit das Mittel sahen, ihr nationales Widerstreben zu be-zwingen und auf diesem Wege zugleich bei ihren großen Geldbedürfnissenan den Schätzen des Tempels eine willkommene Beute zu gewinnenhofften. Die seleucidische Partei, wie man die Partei der Neuererunter solchen Umständen nennen kann, hatte alle Aussicht auf Erfolg,da es ihr gelang, selbst den Stuhl der Hohepriester mit ihren Angehö-rigen zu besetzen, die, um sich zu behaupten, willfährige Werkzeuge derKönige wurden. Antiochus Epiphanes hemmte den Gottesdienst, verbotdie Beschneidnng, ließ den heiligen Ort durch umhergegossene Schweins-brühe verunreinigen und stellte eine Bildsäule des olympischen Jupiterim Tempel auf, vor welcher heidnische Festlichkeiten begangen wurden.Doch der Druck mehrte die Spannkraft der Unterdrückten und es kamim Jahre 167 zu einem Aufstande, an dessen Spitze die Familie derHasmonäer, zuerst Matathias, der Urenkel des Haschmanai, dann dessenSöhne, vor Allen Judas Makkabi, nach welchem die Familie auch diemakkabäische heißt, sich befand. Der Krieg ist zugleich ein Bürgerkriegund ein Krieg gegen die Heere des Königs. Antiochus erkannte entwederdie Wichtigkeit des Aufstandes nicht oder dringendere Angelegenheitenhielten ihn vom Schauplatze desselben fern. Er ernennt seinen unmün-digen Sohn, den fünften Antiochus, Eupator genannt, zum Könige, stelltdemselben in Lysias einen Reichsverweser zur Seite und unternimmtHeerfahrten gegen Osten, über deren Verlauf und Ergebniß nichts be-kannt ist, durch die aber wahrscheinlich, wenn sie auch mehr bezweckten,nur Mesopotamien und Babylonien gerettet wurden. Er starb zu Ba-bylon im Jahre 164. Inzwischen hatte Judas Siege erfochten undJerusalem in seine Gewalt gebracht, das jedoch von der in Besitz derBurg gebliebenen Partei der Neuerer noch beunruhigt wurde. DieAnstrengungen gegen die Juden waren gelähmt durch Erfolglosigkeit deröstlichen Feldzüge und Lysias hatte Mühe, sich gegen Philipp, den Bru-der des verstorbenen Königs, der ihm seine Stellung streitig machte, zubehaupten. So kommt es Seitens der Feinde zu Anerbietung religiöser