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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Das Reich der Seleuciden bis auf Antiochus VII.

Einheit schuf, welche von ihren Landsleuten in Palästina nicht als recht-mäßig anerkannt wurde. Die mannigfache Verflechtung in das Lebendes hellenistischen Aegyptens machte nun die dortigen Juden auch mitgriechischer Bildung und Sprache vertraut und, da zugleich für die nachallen Seiten forschende alerandrinische Gelehrsamkeit die heiligen Bücherdes Volkes ein Gegenstand der Wißbegierde geworden waren, entstandfür den Gebrauch des jüdischen Gottesdienstes und der griechischen For-schung die griechische Uebersetzung jener Bücher, welche nach einer an-geblichen Zahl von Uebersetzern die der Siebenzig genannt wird. Auchdie Juden in Palästina hatten unter der ägyptischen OberherrschaftRuhe und nur unter Ptolemäus Philopator fand eine Ausnahme statt,indem dieser König nach dem Siege bei Naphia, als man ihn mit Ge-walt vom Eindringen in den Tempel zu Jerusalem abgehalten, eineVerfolgung über sie verhängte. Anders wurde das Verhältniß derJuden zu ihren Herrschern, seit der Streit über die Grenzlande zuGunsten der Seleuciden entschieden war. Die Berührung mit demHellenismus hatte auf das Judenthum lockernd gewirkt. Einerseits er-weckte sie bei den Juden ein Bedürfniß, ihre Religion vor dem Nichter-stuhl der griechischen Philosophie zu rechtfertigen und anderseits brachtesie bei Fremden eine Anerkennung ihrer Religion zuwege. Führte dasErstere zu einer Verflüchtigung der Religionsbegriffe, so bereicherte dasLetztere, da das mosaische Gesetz die Aufnahme Fremder in bürgerlichenVerband und deren Theilnahme an gottesdienstlichen Uebungen gestattete,das Judenthüm durch neue Mitglieder, die man Proselyten nannte undfür deren Aufnahme sich bestimmte Regeln ausbildeten. Das Letztereaber mußte so gut wie das Erstere die Religion beeinträchtigen, da dieUebergetretenen die Gefahr einer Vermischung verschiedenartiger Auf-fassungen um so mehr mitbrachten, als sie in dem Kreise, in den sie ein-traten, einer Neigung sich ihrer ehemaligen Auffassung zu bequemen,oft begegneten. Der kosmopolitische Charakter der hellenistischen Bil-dung bedrohte, indem er sich den Juden mittheilte, deren innerstes Wesen.Da dieser Gefahr gegenüber das Bedürfniß und das Bestreben, ihr cnt-gegenzutreten, nicht ausbleiben konnte, bildeten sich zwei Parteien, dieder Gläubigen und die der Neuerer, immer schärfer aus. Es war na-türlich, daß die ihrer Religion untreu gewordenen sich den in der Mittedes hellenistischen Lebens stehenden seleucidischen Königen anschlossen,von deren Eingreifen sie einen Sieg ihrer Richtung hoffen durften. Esgehört zum Wesen der religiösen Abtrünnigkeit, sich nicht mit dem Aus-tritte aus der bisherigen Gemeinschaft zu begnügen, sondern, damit keineSpur der Untreue übrig bleibe und der Abfall sich durch einen großenErfolg rechtfertige, auf die Vernichtung der verlassenen Gemeinschafthinzuarbeiten, zumal man darin auch die Bedingung für Behauptung