Das Reich der Selcuciden bis auf Antiochus Vll. gzg
Reiche die Kraft des Widerstandes und der Seleucide drang in Aegyp-ten ein, erklärte den Philometor, dem zu Gunsten des ursprünglich bloßzum Herrscher von Cyrene bestimmten Physkon die Herrschaft entzogenworden war, zum Könige und wich erst, als die Römer nach glücklicherBeendigung ihres makedonischen Krieges ihm die fernere Einmischungin die Angelegenheiten Aegyptens untersagten. Die Insel Cypern, diewährend des Krieges von Aegypten loögerisscn worden, wird demselbenzurückgegeben, aber die drei Grenzlande verbleiben für immer den Se-leuciden. Von Osten her schreitet die Beschränkung des Reiches fort.Medien und Persien werden erst unabhängig und kommen bald unterdie Herrschaft der Parther, deren Raubzüge schon Seleucia, ja Baby-lon erreichen. Mesopotamien und Babylonien sind jetzt die östlichstenProvinzen.
7. Eine neue Schmälerung des Reiches erfolgt durch die Losreißungder Juden, die nach Berührung mit allen an geistiger Bildung hervor-ragenden Völkern des Morgenlandes durch die Eroberungen Alexandersauch in den Kreis der hellenistischen Bildung versetzt worden sind undin demselben theils eine ihren weltgeschichtlichen Beruf bedrohende Em-pfänglichkeit zeigen, theils im Bewußtsein ihrer Bestimmung eine neueKraft des Widerstandes entwickeln. Die merkwürdigste äußere Verän-derung, die mit den Juden seit Untergang ihrer beiden Staaten vorge-gangen, war die Niederlassung jüdischer Ansiedler außerhalb des Landes.Hatten die unfreiwilligen Auswanderungen einen Anfang dazu gemacht,so setzte sich die Sache fort unter der für das Volk milden persischenRegierung. In noch viel ausgedehnterem Maße erfolgten aber der-gleichen Ansiedelungen in der hellenistischen Zeit, die in Mesopotamien,Babylonien, Syrien, Kleinasicn, Cypern, Kreta, Aegypten und Cyrene,jüdische Gemeinden in griechischen Städten entstehen sah. Ganz be-sonders war die Zeit der ägyptischen Herrschaft einer Ausbreitung derJuden günstig. In Alexandrien, bei dessen Gründung schon ein Theilder Ansiedler aus ihnen genommen worden, fanden sie einen geeignetenBoden zur Entfaltung der ihnen eigenen Handelsbetriebsamkeit und er-hielten bei der vorzüglichen Gunst, die die Ptolemäer ihnen schenkten,ansehnliche Staatsämter und Befehlshaberstellen. Auch im übrigenLande, namentlich auf dem Striche von Pelusium nach Memphis, warensie verbreitet. In der neuen Heimath waren sie aber von der alten sogetrennt, daß der Zusammenhang mit dem Tempel zu Jerusalem auf-hörte. Eine Mehrheit neuer Opferstätten brachte eine Zwietracht her-vor, die dadurch beseitigt wurde, daß unter Ptolemäus Philometor einaus Jerusalem gekommener Hohepriester Onias im Bezirke von Helio-polis mit des Königs Erlaubniß einen ägyptischen Tempel zu dem Tem-pel der ägyptischen Juden umwandelte und so diesen eine neue religiöse
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