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Das Reich der Seleucidcn bis auf Antiochus VII.
den Bewohnern bei dem Versuche, ihren Tempel zu plündern, erschlagenworden. Vermuthlich hatte ihn die Erschöpfung des Schatzes auf denGedanken gebracht, durch Raub an den ungriechischen Tempeln, denener keine Rücksicht zu schulden glaubte, sich so zu bereichern, wie es schonvor Alexander in Griechenland mit griechischen Tempeln geschehen war.So läßt sich dieses Ereigniß als ein Vorspiel dessen betrachten, wasnicht lange nachher an dem Tempel von Jerusalem versucht wurde.Antiochus' Sohn und Nachfolger, der vierte Seleukus, Philopator ge-nannt, hatte noch an der von den Römern festgesetzten Kriegssteuer ab-zutragen und wollte zu diesem Zwecke durch einen seiner Beamten, He-liodorus, die Schätze aus dem Tempel der Juden rauben. Da erwiessich Gott auf wunderbare Weise als den Schützer des auserwähltenVolkes, indem er den Räuber betäubte und verwirrte, daß das Beginnenvereitelt ward. Bald aber wiederholt sich in ernstlicherer Weise derKampf der Seleucidcn gegen die Juden und in der nächsten Negierung,der des vierten Antiochus, den man Epiphanes, den Glänzenden, nannte,tritt dieses Volk in die Reihe der selbstständigen Staaten, die durch Los-reißung von dem Seleucidenreiche entstanden sind. Antiochus, der Bruderdes Seleukus Philopator, war von dem Vater bei dem Friedensschlüssemit Nom dorthin als Geisel ausgeliefert worden. Als aber Seleukuszur Regierung gelangt war, löste er, man weiß nicht ob aus eigenemAntrieb oder auf Veranlassung der Römer, den Bruder ans, indem erstatt desselben den eigenen Sohn Demetrius verpfändete. Als Scleu-kus im Jahre 176 durch einen Mann des Hofes ermordet worden war,übernahm Antiochus die Herrschaft. Unter ihm ward Antiochia derbleibende Aufenthalt des Hofes und der Sitz der höchsten Pracht undUeppigkeit. Zugleich erreichte die Selbstsucht, mit welcher die Herr-schaft zur Befriedigung der Leidenschaft und Willkühr mißbraucht ward,den höchsten Gipfel, so daß Ausschweifung und Haltlosigkeit den Königin eine geistige Zerrüttung versetzten und man sich darin gefiel, ihmstatt des Namens Epiphanes den Namen Epimanes, der Rasende, bei-zulegen. Noch aber ergab sich das Reich nicht in die Erniedrigung inwelche Nom es gestürzt hatte, und die alte Feindschaft gegen Aegyptenwirkte fort. Die Zeit, wo Rom, durch einen neuen makedonischen Kriegbeschäftigt, seine gebietende Stimme gegen den Seleucidcn zu erhebennicht für gut halten mochte, begann ein nochmaliger aber letzter Kampfum die drei Grenzlande, da der dritte Antiochus dieselben seiner TochterKleopatra bei deren Vermählung mit dem fünften Ptolemäus, Epipha-nes, zur Mitgift gegeben hatte. Als dieser früh ermordet worden warund zwei unmündige Söhne, Ptolemäus Philometvr und PtolemäusPhyskon, hinterlassen hatte, benahm innerer Zwiespalt zweier Parteien,deren jede einem andern der beiden Brüder anhing, dem ägyptischen