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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
Seite
337
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Das Reich der Scleucidcn bis auf Antiochus VII. gz?

Bilder der Verwirrung, die sie bietet, zu dem höchsten Ziele der Ge-i schichte in einer sehr nahen Beziehung. Es fällt dabei in die Augen,^ wie die Erreichung der Zwecke für Gott gar nicht solche Personen zu

I Werkzeugen fordert, die dieser Zwecke durch Willen oder Erkenntniß

würdig waren. Alle Kräfte der Menschheit, die guten wie die bösen,die willigen wie die widerstrebenden, ziehen an dem Pfluge, der die Erdedurchfurchen muß, bis sie für das Bergen und Hegen des göttlichenSamens empfänglich wird. Manche der Herrscher stehen zu den For-derungen und Verheißungen, deren Erfüllung nach zwei Jahrhundertenin den von ihnen beherrschten Ländern beginnen soll, in schroffem Ge-gensätze. Doch während sie nur Zerstörung und Verfall fördern undhinterlassen, bereitet sich, ohne daß Zeitgenossen es ahnen, der Boden fürden Wiederaufbau der gefallenen Menschheit. Sie verfolgen als einzigesZiel die Macht und durch sie den Genuß, bleiben aber im Uebrigen füruns ohne eigentümliches Leben, da die geschichtliche Ueberlieferung nurvon größerem oder geringerem Maße der Genußsucht, nie aber von be-sonderer Wahl von Zweck und Mitteln redet. Auch ihre Bedeutungs-losigkeit steht in scharfem Gegensätze zu der Stärke der Erschütterungen,welche zu ihrer Zeit erfolgen und zu der Größe der Länder, über welchedieselben sich verbreiten. In diesem Betrachte gleichen sie den persischenKönigen zwischen dem ersten und letzten Darms, mit denen sie in glei-chem Gegensätze zu den an eigentümlichem Leben und bewußtem Be-streben reichen Männern des alten Griechenthums stehen. Ein Perikles,ein Demosthenes ringen mit aller menschlichen Thatkraft, mit der höchstenAnspannung des Willens und der reichsten Fülle der Gedanken nach dem,was unmöglich ist. Die Nachfolger des Darius Hyftaspes und desSeleukus Nikator dienen ohne Willen und Gedanken unmittelbar ders Herbeiführung von Bedingungen für die Verwirklichung von ewigen? Ideen und, als in dem letzten Darius und dem dritten Antiochus ihre^ Geschlechter sich zu Thatkraft zu erheben scheinen, fördern sie trotz ihrerAnstrengung den Sturz, den die Vorgänger durch ihre Schwäche vor-bereitet haben.

6. Die Schwächung der seleucidischen Macht gab sich noch bei Leb-zeiten des Antiochus dadurch kund, daß die Unabhängigkeit Armenienssich auch förmlich aussprach, indem zwei Statthalter, Artarias und Za-riadres, der erstere in Großarmenien, östlich vom Euphrat, der letzterein Kleinarmenien, westlich vom Euphrat, sich daselbst zu Königen er-klärten. Die Anerkennung ihrer königlichen Würde Seitens der Römerbefestigte ihre Macht und zeigte die Richtung, in welcher das welter-vbernde Volk des Westens seinen Einfluß im Osten zu begründen suchte.Antiochus endete im Jahre 187 in der auf den Grenzen von Perfisund Susiana gelegenen Landschaft Elpmais. Es heißt, er sei hier vonKiesel, Weltgeschichte. I. 22