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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Das Reich der Seleucidcn bis auf Anliochus VII.

Abhängigkeit von Eumcnes gebracht, da Asien ihnen noch zu fern lag,um sie selbst eine Hoheit dort ausüben zu lassen. Das Reich machteeinen Versuch, sich gleich dem ägyptischen durch Pflege griechischerBildung zu erheben und Eumenes stiftete mit den Ptolemäern wetteiferndin seiner Hauptstadt eine Bibliothek, wodurch zur Anfertigung der Bücherdie Erfindung des Pergaments gemacht wurde, indem man, um denägyptischen Papyrus zu ersetzen, Thierhäute zur Aufnahme der Schriftzubereitete. Eine Anzahl von griechischen Städten, Jlium, Cyme, Pho-cäa, Smyrna, Erythrä, Klazomenä, Kolophon und Milet wurden fürselbstständig erklärt, wie es im Beginn des Krieges allen verheißenworden war.

5. So ist das Seleucidenreich, nachdem es die lange erstrebteägyptische Grenze gewonnen, von Europa weit zurückgedrängt. Damithat das aus der makedonischen Herrschaft hervorgegangene Staaten-system sein Ende erreicht. Denn die Wechselbeziehungen zwischen Ma-kedonien und Asien hören auf und in keinem Reiche mehr entwickelt derHellenismus eine Kraft, die auf eines der andern gestaltend einwirkte.Der Punkt, von welchem aus mit Berechnung an den Verhältnissen derhellenistischen Welt gearbeitet wird, ist Rom geworden. Dieses hatdadurch, daß es vor Unterwerfung Makedoniens und Griechenlands durchdie pergamenischen Könige und den rhodischen Staat seinen Einflußnach Asien erstreckte, nicht allein das hellenistische Staatensystem zer-sprengt, sondern das westlichste Glied desselben, indem es ihm in denRücken gekommen, sich schon als Beute gesichert. Hatte zwischen deröstlichen und westlichen Welt durch Pyrrhus eine vorübergehende Be»rührung im Bereich der westlichen stattgefunden, so faßte jetzt die west-liche für die Dauer festen Fuß im Gebiete der östlichen. Das westlicheGriechenthum in Italien,. Sicilien und darüber hinaus ist bereits zurZeit, da Carthago vor Rom niedersinkt, ohne staatliche Selbstständigkeitund der hellenistische Osten fühlt Roms Macht, wie einst das persischeReich von Griechenland aus Gefahren gegen sich heranwachsen gesehen.Doch während das Griechenthum gegen das Perserthum seine höhereBildung geschützt und sie in dessen Länder getragen, hat Noms Vordrin-gen nach Osten die Folge, daß es die Ergebnisse der griechischen Bil-dung in sich aufnimmt. Das Griechenthum dient, besiegt wie siegend,nach Westen wie nach Osten, mit der in ihm entwickelten Kraft einemund demselben Zwecke, derjenigen Ausgleichung menschlicher Bildung,durch welche dem Lichte der Gottescrkenntniß, sobald Gott es neu ent-zünden wird, Empfänglichkeit bereitet sein soll. Wenn auf dem Wegezu diesem Ziele das Uebergreifen der Römer nach Asien ein Schritt ist,so erscheint die vorhergegangene allmälige Schwächung der hellenistischenReiche, welche dieses Uebergreifen möglich machte, ungeachtet der trüben