Das Reich der «seleuciden bis aus Antiochus VII.
333
erwartet. Dennoch fällt Achäus mit der Einnahme seiner HauptstadtSardes, indem er aus der Burg, in die er sich geflüchtet, herausgelocktund niedergemacht wird. Weitere Schritte zur Wiedergewinnung Klein-asiens thut Antiochus nicht, da er Unternehmungen gegen Parthien undBaktrien für nothwendiger hält. Doch diese enden ungeachtet manchereinzelnen Erfolge mit Anerkennung beider Reiche und wenn vielleichtein Vordringen der Parther gegen Medien die Veranlassung des Feld-zuges gewesen, ist ihre Beschränkung auf ihr bisheriges Gebiet daseinzige Ergebniß. Den Aufenthalt im Osten benutzte Antiochus zu einerHeerfahrt nach dem nördlichen Indien, wobei der baktrische KönigEuthydemus ihn unterstützte und wobei wohl die Gewinnung von Ele-phanten Hauptzweck war. Im Jahre 205 kehrt er auf dem Wege,den einst Alexander genommen, nach dem Westen zurück und es erfolgtein Feldzug nach Arabien, welcher wahrscheinlich durch einen Angriffvon der See her unterstützt wurde und auf welchem man den Be-wohnern Gerrha's eine große Beute an Silber und kostbaren Waarenabnahm. Jetzt begann ein neuer Angriff auf die ägyptischen Grenzlandeund mit ihm eine tiefere Verwicklung in die Angelegenheiten der west-lichen Staaten. Dem vierten Ptolemäus war der fünfte mit dem Bei-namen Epiphanes, der Erlauchte, als Kind gefolgt und Rom, in alterFreundschaft mit Aegypten, hatte eine Vormundschaft über denselbenübernommen, um unter dem Vorwände einer Beschützung desselben dieGelegenheit zum Eingreifen in die Geschicke der östlichen Welt zufinden. Noch aber waren Noms Fortschritte nicht so weit gediehen, daßes den Antiochus in Eroberung der streitigen Grenzlande hätte hindernkönnen, die im Jahre 108 nach seinem Siege bei Phaneaö an denQuellen des Jordan von Neuem in seine Hand fielen. Die Römermußten sogar die Beschäftigung des Seleuciden auf diesem Schauplatzegerne sehen, da sie ihn abhielt, ihnen bei ihren Angriffen auf Macedo-nien in den Weg zu treten. Zur Zeit, da Nom, das bereits die ganzeitalische Halbinsel und die dazu gehörigen Inseln besaß, mit dem kar-thagischen Staate auf Tod und Leben kämpfte, hatte sich für dasselbedie erste Verwicklung mit Makedonien ergeben und dessen König Philipphatte sich durch einen Friedensschluß beschwichtigen lassen, der für dieRömer keinen andern Zweck hatte, als den Krieg mit Makedonien bisZu der Zeit anfznsparen, wo die Beendigung des karthagischen Kriegesihnen die Hände würde frei gemacht haben. Das Bedürfniß einesRückhalts hatte den Macedonier dem Seleuciden genähert und das Er-gebniß ihrer Verbindung war die Eroberung der ägyptischen Besitzungenin Thrakien und Kleinasien. Das Bündniß der beiden großen Staatenbrachte die beiden kleineren, Pergamum und Rhoduö, von denen daselftere schon früher an Feindseligkeiten der Römer gegen Makedonien