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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
Entstehung
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Das ägyptische Reich unter den ersten Ptolemäern. 319

dieser Thätigkeit begründet wurde, erhielt den später auf die Kenntnißder Sprachgesetze beschränkten Namen der Grammatik. Die Gramma-tik in diesem Sinne wurde die Grundlage der wissenschaftlichen Jugend-bildung, da die lebenden Geschlechter nur auf mittelbare Weise in Zu-sammenhang mit der alten in der Literatur abgespiegelten griechischenWelt gesetzt werden konnten. Für die Geistesrichtung aber, welchedieser Wissenschaft entsprach, kam der Name der Philologie auf, welcher,ursprünglich die Neigung zu gesprächsweiser Erörterung bedeutend, demGebiete der Philosophie angehört hatte, jetzt aber, in Alexandrien, nach-dem man sich alle Erörterung an die Werke der Vorzeit, namentlichihrer Dichter, anzuknüpfen gewöhnt hatte, der Grammatik, namentlichsofern sie auch die Kunde sachlicher Verhältnisse umfaßte, zugeeignetwurde. Diese Geistesrichtung entspricht einer Zeit, wo die Menschheit,an einem neuen Ziele angelangt, gewissermaßen stille steht, um vorweiterem Fortschreiten sich über sich selbst .zu besinnen, Vergangenes im »Anschauen seiner Denkmäler zu vergegenwärtigen und durch Nachdenkenaus dem, was früher naturgemäß gewachsen ist, Nahrung für ferneresBestehen zu entwickeln. Sie macht recht eigentlich den Charakter deralerandrinischen Bildung, aus und ersetzte sogar die Philosophie, die denSchauplatz ihrer ferneren Entwicklung nicht nach Aegypten verlegte.

Zu den berühmtesten Grammatikern gehörte der namentlich um Behand-lung des Homer bemühte Zenodot aus Ephesus, der unter dem zweitenPtolemäus Vorsteher der Bibliothek war und an welchen sich als Meisterjener grammatischen vorzugsweise an Homer geübten Kunst als SchülerAristophanes von Byzanz, wie an diesen Aristarchus von Samothrace,anschließt.

5. Aus der gelehrten Thätigkeit zu Alexandrien entwickelte sich aucheine dichterische. Der Umgang der Gelehrten mit der Dichtung schufjenen Besitz der dichterischen Mittel, der zur Ausübung der Kunst auchda, wo eine schöpferische Kraft gebricht, cinladet und befähigt. DieAusübung der Kunst war auch erforderlich, um in dem weiteren Kreiseder Gebildeten, vor Allem am Hofe, ein Bedürfniß nach Beschäftigungder Phantasie zu befriedigen und den Reiz einer seinen Unterhaltung zugewähren. Aber die alerandrinische Dichtung verräth in ihrem Wesensehr den Ursprung aus einer gelehrten Beschäftigung mit der altenZeit. Wenn auch eine erlernbare Fertigkeit in Handhabung der Sprachedie Werke auszeichnet, so stehen sie ihrem Inhalte nach dem Leben fern,dem alle in Athen einst wirksamen Hebel zu Erweckung der Begeiste-rung für höheres Leben und der Theilnahme an menschlichem Thun undLeiden in hohem Grade fehlten. Den Ersatz sollte theils die Nachah-mung alter Muster, theils die Verwendung eines großen Neichthumsvon Sachkenntnissen bieten. Daher wurden viele Werke nach Form