Das ägyptische Reich unter den ersten Ptolemäern.
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Syrakus versandte. Außer der Ruhe, welche Aegypten in Vergleichmit dem unruhig bewegten, auch unter den Nachfolgern des Seleukusnicht zur Ruhe kommenden inneren Asien genoß, trugen hierzu die inAegypten für jenen Zweck getroffenen Anstalten bei. Der zweite Pto-lemäus legte, da die Erneuerung von Necho's Kanal den gewünschtenVortheil nicht gewährte, am rothen Meere, wo Aegypten nie Häfengehabt, die Häfen Berenice und Myoshormus an, die er durch einebequeme Straße mit dem unterhalb Thebens am Nil gelegenen Koptusverband. Da ein uralter Handelsweg zur See zwischen Arabien undIndien gewesen war, brauchte man den arabischen Handelsleuten denneuen Weg nur zu zeigen, um rasch den ganzen Welthandel umzugestal-ten. Die mächtig aufblühende Königstadt Alexandrien, Sitz eines pracht-liebenden Hofes, Mittelpunkt einer klugen und umsichtigen Staatskunst,Sammelplatz Aller, die griechische Bildung pflegten oder suchten, eignetesich zu einem Markt der Welt und der bequeme Weg dahin gestattetehier einen wohlfeileren Verkauf der östlichen Maaren. Eine Zierde derStadt war der zum Schutz ankommender Schiffe schon unter dem erstenPtolemäus vor dem Hafen ans der kleinen Insel Pharus errichteteLeuchtthurm, von dessen Höhe ein großes Feuer Nachts Meilen weit indie See hinein leuchtete. So gelangte diese Stadt zu einer Bedeutung,die Alexander gewiß noch nicht geahnt hatte. Er hatte nur der Pro-vinz Aegypten ihren Schwerpunkt am Meere anweisen wollen, ohnedaß er daran denken konnte, Asien, wo der Mittelpunkt seiner Herr-schaft sein sollte, seiner Handelsstraßen zu berauben. Von seinein Han-del erhielt nun das Reich der Ptolemäer eine Bedeutung, durch welcheder Unterschied der Ausdehnung, welcher zwischen ihm und dem Reicheder Seleuciden bestand, ausgeglichen wurde. Nicht allein daß bei derherrschenden Negierungsweise in die Hand des Königs die Früchte dieserneuen Thätigkeit fielen, um seinem Wort und seiner That Nachdruck zugeben, auch die übrigen Handelsstaaten wurden, wollten sie sich nichtder Gefahr aussetzen, in dem Antheil an dem nach Westen geleitetenVerkehr verkürzt zu werden, zu freundschaftlichen Verbindungen mitAegypten genöthigt, welche das Ihrige dazu beitrugen, dorthin denMittelpunkt des damaligen Staatensystems zu verlegen.
3. Wurde Alexandrien durch den Handel ein zweites Tyrus, sowurde es durch Wissenschaft und Kunst ein zweites Athen. Freilichwaren die Leistungen dieses neuen Athens, wie es den Verhältnissender hellenistischen Zeit entsprach, nicht in einem solchen Zusammenhängemit dem Gange des gesummten Lebens, wie die des alten. Der grie-chisch-ägyptische Hof schuf in dem durch alte Weisheit berühmten Ae-gypten bei dem Verfalle, in dem er die Träger dieser alten Weisheit,die Priester, fand und ließ, einen Ersatz mit griechischen Mitteln und