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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Auflösung des mcicedonisch-persische» Reiches.

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Doch die Wegräumung von Schranken, wodurch die Völker schroff ge-sondert gewesen waren und der Hindernisse, die bei ihnen dem Verständ-nisse der Wahrheit entgegengestanden hatten, brachte noch keine Eini-gung, da an die Stelle der vielen trennenden Ziele das Heidenthum auseigenen Kräften kein neues einigendes setzen konnte. Daher mußte die-selbe äußere Ordnung, welche durch jenes negative Ergebniß der Er-hebung der Menschheit vorgearbeitet hatte, sich auflösen, damit sie nichtdem Heidenthum zur Stütze bliebe. Daß in den hellenistischen Reichendas Heidenthum mittelst einer Ausgleichung der Besonderheiten den Restseiner Bahn durchlief, dazu haben im Gebiete des äußeren Lebens zweiin der Geschichte neue Erscheinungen, die Monarchie und das Staaten-system, beigetragen. Die Monarchie der hellenistischen Reiche verwirk-lichte das, was die jüngere Tyrannis versucht hatte, die Gestaltung desStaatswesens nach den dem Staatswesen überhaupt zu Grunde liegen-den Gedanken und ohne Abhängigkeit von den aus langer Vergangen-heit herstammenden, vielfach abgestuften und örtlich verschiedenen Rechtender Menschen. Die Errichtung derselben auf fremdem Gebiete, wo keinealte Einrichtung vollen Anspruch auf Beachtung zu haben schien, wodas ächt Einheimische zum Theil schon durch frühere Eroberer vernichtetwar, wo dem Herrscher außer den Kriegern nur solche Griechen, dieaus aller politischen Gemeinschaft bereits ausgetreten waren, zur Um-gebung dienten, gab ihm eine Stärke, vor welcher ein in engeren Krei-sen nach besonderen Grundsätzen geordnetes Leben weder aufkommennoch bestehen konnte. Der Gedanke eines nicht erwachsenen, sondernmit Berechnung und Plan geschaffenen und geleiteten Staates, ein Ge-danke, der die Monarchie nothweudig fordert, wurde so geläufig, daßauch griechischen Gemüthern, zumal die Fremde ihnen den politischenTheil des Griechenthums abgestreift hatte, diese Form als die naturge-mäße erscheinen mußte. Daß aber der Hellenismus auch in den ge-sonderten Reichen seine Allgemeinheit nicht verlor, wurde durch eineWechselbeziehung bewirkt, die nicht bloß das Ergebniß eines durch Han-delszwccke und Bildungöbedürfniß entwickelten Verkehrs war, sondernauch ihrerseits unter dem Einflüsse berechneter Absichten stand. DieMacht der neuen Fürsten ruhte in allen Reichen so sehr auf denselbenGrundlagen, daß Wechselwirkungen nicht ausblciben konnten. Dazukam, daß der Gedanke der ehemaligen Reichseinheit lange nachwirkteund gerade durch die Gemeinsamkeit der in den weiten Ländern ver-breiteten hellenistischen Bildung wach erhalten wurde. Mit diesem Ge-danken erhielt sich nämlich auch der stete Argwohn der Herrscher gegeneinander und eine Folge davon war das Bestreben, theils durch Bünd-nisse und Familienverbindungen einen sicheren Besitzstand zu schaffen,theils einem der eignen Sicherheit Gefahr drohenden Erstarken der Nach-