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Die Auflösung des makedonisch-persischen Reiches.
Alexander griechische Königs haben sein wollen, suchen die neuenFürstengeschlechter die Mittel zu ihrer Befestigung in dem, was derGeist der Griechen in Staat, Wissenschaft und Kunst geschaffen hat.Es wurden daher in den betreffenden Ländern einheimische Verhältnissedurch Anwendung griechischer Formen umgebildet. So entstand eine Zeitdes griechischen Lebens, in welcher sich nicht Hergebrachtes durch dieMacht unbewußt wirkender Triebe entwickelte, sondern etwas der grie-chischen Vorzeit Angehöriges mit Ueberlegung und Berechnung durch dieHerrscher auf neue und ungriechische Verhältnisse angewandt wurde.Die Länder sind im Kampfe der Diadochcn in so raschem Wechsel balddem Einen bald dem Andern als Beute zugefallcn, daß kein Widerstandvon ihrer Seite die Anstalten zu künstlicher Staatenbildung hemmt, weildie Bewohner gegen den Wechsel der Herrscher gleichgültig gewordensind und sich mit Bewahrung derjenigen Natsonalität begnügen, welchesich auch unter dem Kommen und Gehen fremder Eroberer bewahrenläßt. Daraus ergaben sich Zustände, in welchen weder die von Alexan-der beabsichtigte Verschmelzung der Völker zu Stande kommen konnte,noch die einander abstoßenden Eigenthümlichkeiten sich in gesondertenKreisen wirksam zeigten. Das griechische Leben, soweit es fern vonseinen natürlich gegebenen Bedingungen fortbestehen konnte, entwickeltesich auf ausgedehnten fremden Schauplätzen in künstlicher Pflege weiter,um in dem Bereiche der großen makedonischen Herrschaft, wenn auchnicht für die gesummte Bevölkerung, so doch für die herrschende eine Gleich-mäßigkeit der Bildung herbeiznführen, welche ferneren Fortschritten ihrenUmlauf erleichtern sollte. Blieb sonach das neue Griechenthum in derfremden Umgebung, in die es verpflanzt war, als etwas Fremdes stehen,so zog es doch vermöge der Macht, welche die von ihm getragene Herr-schaft ihm verlieh und vermöge des Einflusses, den geistiges Ueberge-wicht ausübt, auch aus den Kreisen des fremden Lebens so viele Kräftean sich, daß es nicht allein vor dem Erlöschen gesichert blieb, sondernallmälig Theile der ungriechischen Bevölkerungen zu griechischen umschuf.Dieser Charakter der neuen Staaten ist es, der mit dem Namen desHellenismus bezeichnet wird. Seine Mittelpunkte hatte der Hellenismusin den Städten, welche nach dem Beispiele Alexanders die Fürsten inihren Ländern entweder neu bauten oder durch Zusammenziehung benach-barter Ortschaften gründeten. Militärische Behauptung von Gegendenund Erleichterung von Handelsverbindungen waren die ersten Beweg-gründe dazu gewesen. Diese Zwecke zu erreichen, war es dienlich, Ve-teranen des Heeres dort anzusiedeln, welchen durch das Bemühen, inden aufgeschlossenen Barbarenländern ein neues Glück zu suchen, baldandere griechische Ansiedler folgen mußten. Diese Städte hatten grie-chisches Gemeinwesen, indem sie ihre inneren Angelegenheiten mit einer