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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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Die Auflösung des makedonisch-persischen Reiches.

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Selbstständigkeit, wie sie die asiatischen Griechen selbst unter persischerHerrschaft behauptet hatten, auch unter den griechischen Königen ver-walteten und dadurch eine um so größere Kraft erhielten, neue grie-chische Ansiedler anzulocken und Einheimische in den Kreis griechischenLebens hereinzuziehen. Unter solchen Umständen mußte die Pflege grie-chischer Wissenschaft und Kunst den Fürsten ein mächtiger Hebel derGewalt sein und die ehemals in der Heimath naturgemäß erwachsenegriechische Bildung genießt jetzt von Seiten der Herrscher eine plan-mäßige und berechnete Pflege, weil die Notwendigkeit, noch durch etwasAnderes als die Massen die Herrschaft in der Fremde zu befestigen, er-kannt ist. So setzt sich für einen Theil der Welt jener theils bloß ci-vilisirende, theils auch kultivirende griechische Einfluß fort, den Griechen-land schon vor Jahrhunderten durch seine Colonieen auszuüben begonnenhat. Der Träger dieses Einflusses ist eine Fürftenmacht, welche als eineweitere Entwickelung der jüngeren Tyrannis erscheint. Sie unterscheidetsich von derselben zwar dadurch, daß sie, aus dem makedonischen König-thum hervorgegangen und aus der makedonischen Eroberung ein Rechtdes Besitzes ablcitend, nur Fremden gegenüber einen gewaltsamen Ur-sprung hat, aber sie gleicht ihr auch dadurch, daß sie auf Söldnerheeregestützt ist und somit, da sie das Geld zu ihrer letzten Grundlage hat,eine große Betriebsamkeit, dasselbe durch Handel in die Länder zu leiten,erzeugt. Die Söldnerheere, zu welchen außer Griechen und Macedoniernauch die Gallier große Beiträge lieferten, standen aber nicht, wie beider jüngeren Tyrannis, der griechischen, sondern nur der fremden Be-völkerung gegenüber. Denn die Griechen in den hellenistischen Reichenhatten ohnehin den Zusammenhang mit einer älteren staatlichen Ordnungaufgegeben und ihre Nationalität war eine erweiterte, ausgedehnte undverhielt sich gleichgültig zu den eigenthümlichen Formen, in welchen sichehedem das Leben der einzelnen griechischen Staaten entwickelt hatte.Befand sich sonach iu den neuen Staaten auch ein Gegensatz, der Ge-gensatz griechischer und ungriechischer Bevölkerung, so erwies sich der-selbe, indem die ungriechische von der Bühne des Handelns zurückge-drängt war, nicht wirksam in Hervorbringung innerer Umwälzungen undveranlaßt nur in einzelnen Gegenden, wo das Griechenthum wenigerBoden gewann, eine politische Absonderung durch Gründung neuerStaaten. Es fehlte sogar Seitens der Herrscher nicht an versöhnendenMaßregeln, da einerseits die in der Fremde begründete Herrschaft eineschonende Berücksichtigung der fremden Verhältnisse, durch welche dieungriechische Bevölkerung sich mit der griechischen Herrschaft befreundenkonnte, Bedürfniß war und anderseits das in der Fremde verflachteGriechenthum, das, soweit es neben den Heeren bestand, in wissenschaft-liche, künstlerische und merkantile Thätigkeit aufging, einer solchen Be-