Die Auflösung des mucedonlsch-persischen Reiches-
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Platz genommen zu sehen, verleitete ihn zu einer fruchtlosen Belagerung,die den Carthagern neue Zuversicht gab und das Vertrauen wie dieUnterwürfigkeit der Griechen gegen den neuen Herrn schwächte. DasUnterliegen seiner Bundesgenossen in Italien rief ihn, als er Siciliensschon überdrüssig geworden war, im Jahre 275 dorthin zurück und,nachdem er hier von den Römern eine Niederlage erlitten hatte, begaber sich mit Hinterlassung einer Besatzung in Tarent nach seiner Hei-math. Die Schicksale des griechischen Westens aber sondern sich jetztvon denen des Ostens und seine letzten Begebenheiten bilden einen Theilder römischen Geschichte.
16. Während Pprrhus in Italien war, fügte Ptolemäus Keraunuöin Makedonien zu der Greuelthat, durch die er sich erhoben, eine neue,um sich zu befestigen. Aus Furcht vor Arsinoe und ihren Kindern knüpfteer mit ihr Unterhandlungen an, um sich mit ihr, die seine Halbschwesterwar, zu vermählen. Sie wohnte in Kassandrea und öffnete ihm, da sieauf seine heuchlerischen Anerbietungen einging, die Stadt, wovon dienächste Folge war, daß ihre Kinder vor ihren Augen gemordet wurdenund sie nach Samothrace flüchtete. Seine Herrschaft erlag bald einemFeinde, der aus einer bis dahin unbekannten Welt hereinbrach. EineVölkerwanderung gleich jener, von der in den Einbrüchen der Scythenund Cimmerier in Asien sich Wirkungen zeigen, hatte schon vor hundertJahren außerhalb des bisherigen geschichtlichen Schauplatzes, in dernordischen Welt begonnen. Im äußersten Westen Europas war derAnfangspunkt der Bewegung. Ein Vordringen der in Spanien woh-nenden Iberer gegen das Gebiet der keltischen Völker, von denGriechen Galater, von den Römern Gallier genannt, gab für dieseden Anstoß zu lange fortgesetzten Wanderungen. Vor mehr alseinem Jahrhundert waren sie über die westlichen Alpen nach Italiengedrungen und ihre Stöße hatten den damals noch jungen römischenStaat gefährlich getroffen. Auch nach Deutschland sind Schwär-me gezogen, haben sich in dem Raume zwischen den Alpen und demMain gegen Osten bewegt und sind die Donau hinab bis in dieLänder vorgedrungen, die an Jllprien, Makedonien und Thracien stoßen.Es wurden theils die vorgerückteren Stämme von nachgezogenen weitervorwärts gedrängt, theils die uachgezogenen von denjenigen, die ihnenvvrausgegangen waren und sich niedergelassen hatten, weil sie ihreWohnsitze nicht mit ihnen theilen wollten, zu weiterem Fortziehen be-wogen und von Kriegslustigen aus deren Mitte verstärkt. Im Jahre376 wird die Stadt Abdera von einem Streifzuge der Triballcr heim-gesucht, die zu Herodots Zeiten in den Gegenden des Flusses SauWohnen. Wahrscheinlich ist dies eine Wirkung jener keltischen Wande-rungen. Zu Alexander dem Großen kommen während seines Feldzugs
Kiesel, Weltgeschichte. I. 20