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1 (1855) Die vorchristliche Zeit
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283
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Die Auflösung des makedonisch-persischen Reiches. 283

in Griechenland kein Mangel. Am Vorgebirge Tänarmn, wo ein Tem-pel des Poseidon Flüchtigen als ein Asyl, als eine durch religiösen Glau-ben geheiligte Zufluchtsstätte offen stand, hatten sich seit einer Reihe vonJahren Leute niedergelassen, die, aus ihren Staaten vertrieben, einenSöldnerdienst zu ihrem Geschäfte machen wollten. Sie ließen sich vonKönig Agis, dem Sohne des Archidamus und Enkel des Agesilaus, demhierzu persisches Geld zur Verfügung stand, anwerben. Doch nahmen an die-sen Rüstungen andere griechische Staaten nicht Theil. Selbst Demosthenesmachte keinen Versuch, Athen zu einer Erhebung zu veranlassen, da er sah,wie leicht eine solche durch Antipater unterdrückt werden könne. Agis bracherst los, als Alexander bei Jssus gesiegt und Phönicien erobert hatte. Anti-pater, der sich gerade in Thracien befand, kehrte zurück und eilte, nach-dem er Truppen abhängiger Staaten an sich gezogen, im Jahre 329in den Peloponnes ein, wo Agis beschäftigt war, sich durch Eroberungvon Megalopolis einen Stützpunkt zu verschaffen. Eine hartnäckigeund blutige Schlacht in der Nähe jener Stadt entschied zu GunstenAntipaters und Agis fiel. Antipater gewährte den Spartanern denFrieden, um den sie durch Gesandte baten. Einen neuen und bedeuten-deren Kampf hatte Antipater nach Alexanders Tode zu bestehen. Schonein durch Alexander von Babylon aus erlassener Befehl, daß alle grie-chischen Städte ihre Verbannten wieder aufnehmen sollten, hatte, dahierdurch die innere Ruhe derselben bedroht wurde, große Aufregungverbreitet. Besonders waren die Athener und Aetoler aufgebracht, dieeinen, weil sie die Samier, die zur Zeit des Bundesgenosscnkriegs durchAnlegung der samischen Kleruchie vertrieben worden waren, in ihrEigenthum einsetzen, die andern, weil sie die au der Mündung desAchelouö gelegene akarnauische Stadt Oeniadä, deren sie sich wahrschein-lich während Alexanders asiatischer Feldzüge bemächtigt hatten, heraus-geben sollten. Unter diesen Umständen warb ein Athener LeosthenesSöldner am Tänarmn. Die Nachricht von Alexanders Tode blies denKriegseifer zu helleren Flammen an, weil man auf eine allgemeine Er-hebung der in Europa von Makedonien abhängigen Völker rechnete.Demosthenes befand sich damals nicht in Athen, sondern lebte als Ver-bannter zu Aegina. Die Ursache hiervon war ein Mensch NamensHarpalus, der in Ekbatana als Bewahrer der dortigen Schätze ange-stellt, sich die frechste Veruntreuung und Verschwendung hatte zu Schul-den kommen lassen und bei Alexanders Rückkehr aus Indien nach Grie-chenland entflohen war. Athen hatte, durch die von ihm bestochenenDemagogen veranlaßt, ihm Aufnahme gewährt, ihn jedoch auf Anti-paters Forderung verhaftet, um ihn auszuliefern. Als er der Haftentflohen war, begann eine Reihe von Processen gegen solche, die vonihm Geschenke angenommen haben sollten. Unter diesen befand sich auch