284 Die Auflösung des makedonisch-persischen Reiches.
Demosthenes, der zu einer Geldstrafe verurtheilt wurde, weil er sie nichtzahlen konnte, in'ö Gefängniß wandern mußte, aus demselben aber ent-floh. In die Zeit seiner Abwesenheit fallen die Rüstungen des Leosthe-nes. Zugleich gingen athenische Gesandte durch Griechenland, um dieStaaten zu einem Kampfe für gemeinsame Freiheit aufzufordern. Ihnenschloß sich Demosthenes freiwillig an, wirkte mit der Gewalt seinesWortes für die Erhebung und ward von den Athenern aus der Ver-bannung zurückgerufen. Der Krieg brach aus, Leosthenes rückte durchdie Thermopplen und schlug den Antipater, der ihm bei der durchAlexanders Kriege eingetretenen Erschöpfung Macedoniens nur einkleines Heer hatte entgegenführen können, bei der thefsalischen StadtLamia. Der Geschlagene warf sich in die Stadt und fast alle Thessalererklärten sich für die Griechen. Es handelte sich nun für die Griechenum die Eroberung von Lamia. Da sich aber die Belagerung in dieLänge zog, fing das griechische Heer an sich aufzulösen und der Abzugder Aetoler bewirkte eine gefährliche Schwächung. Auch verloren dieGriechen an Leosthenes, der bei einem Ausfälle der Macedonier blieb,einen tüchtigen Feldherrn. Da erschien, von Antipater zu Hülfe gerufen,Leonnatus in Thessalien. Auch seiner wurden die Griechen, von Leosthe-nes' Nachfolger, dem Athener Antiphilus geführt, noch Meister und erverlor selbst das Leben. Zu gleicher Zeit schlug Phocion ein an derattischen Küste bei Rhamnus gelandetes makedonisches Heer. Nun aberkam eine zweite Unterstützung aus Asien, Kraterus mit dem Heere derentlassenen Veteranen, und in einer Schlacht bei Kranon im Jahre 322siegte die vielfach bewährte Kriegstüchtigkeit der alten Macedonier unddie Geschicklichkeit ihrer beiden Feldherrn über das bunt gemischte undlose Heer der Griechen. Antipater erklärte der um Frieden bittendenGesandtschaft, er werde nicht mit den Griechen im Ganzen, sondern nurmit deren einzelnen Staaten verhandeln. Nach und nach zerstreute sichdas griechische Heer, die thefsalischen Städte ergaben sich und Antipaterrückte durch die Thermopplen, um zunächst Athen zu züchtigen. Derden Macedoniern zugethane Phocion, der auch diesen Krieg widerrathenhatte, vermittelte den Frieden. Athen verlor Oropus und Samus, er-hielt eine makedonische Besatzung in dem Hafenplatze Munpchia undmußte seine Demokratie durch Beschränkung des vollen Bürgerrechts aufeine gewisse Vermögensklasse aufheben. Hieran knüpfte sich die Ver-bannung der dem Antipater mißfälligen Bürger. Unter ihnen befandsich Demosthenes, der jetzt seine Laufbahn endete. Er war nach Ka-lauria geflohen und hatte keine Gelegenheit zu weiterer Flucht gefunden. !Hier erreichten ihn Soldaten des Antipater und er entzog sich der Ge-fangennehmung, indem er durch Gift, das er aus einer Schreibfedersog, sich den Tod gab. Ein solcher Tod erschien in der heidnischen