bis zum Tode Alexanders des Großen.
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Die asiatischen Binnenländer waren nur dann zu regieren, wenn derneue Herrscher die heimischen Verhältnisse möglichst wenig antastete undwenn er sich den Völkern als ein neuer persischer König zeigte. Daherbestätigte oder ernannte er hier allenthalben persische Satrapen, damitdas persische Reich fortzubestehen schiene. Bei Verfolgung dieser Plänekam ihm das Ende des Darius sehr zu Statten. Darms verließ Ek-batana, als Alexander sich nach Besitznahme von Persis dorthin wandte.Unter den ihn umgebenden Satrapen machte der von Baktrien, Bessus,den Plan, im allgemeinen Untergange sich ein Königreich zu erbeuten.Er nahm auf dem Zuge, auf welchem man bereits jenseits der kaspi-schen Pässe angekommen war, den König gefangen und gedachte durchdessen Auslieferung ein Abkommen mit Alexander zu treffen. DochAlexander, dessen Vortheil es erheischte, den Versuch zur Bildung einesneuen Reiches so schnell als möglich zu unterdrücken, eilte in den an-strengendsten Märschen, zum Theil durch wafferlose Steppen, dem Ver-räther nach. Als dieser sich endlich fast von den Verfolgern erreichtsah, erstach er den gefesselt auf einem Wagen liegenden König und jagteweiter. Kurz darauf stand Alexander vor der Leiche des Darius. Erhatte jetzt, im Jahre 330, keinen Gegner mehr, der ihm die Herrschaftin Asien mit einem Anschein des Rechts streitig machen konnte. DieGroßen des Reiches hatten sich ihm theilö ergeben, theils durch Verrathan seinem Vorgänger jedes Recht, über den Thron zu verfügen, verwirkt.
10. Indem der Sieger die fernere Verfolgung des Bessus auf spätereZeit verschob, versicherte er sich, nachdem er die Leiche des Königs andessen in Susa zurückgebliebene Mutter zur Bestattung geschickt hatte, zu-nächst der Provinzen Parthien und Hyrkanien. Auch Arien und dassüdlich daranftoßende Drangiana wurden vor weiterer Verfolgung desBessus unterworfen. In Arien wurde, da wo sich die Handelswegedes inneren Asiens kreuzen, an der Stelle des heutigen Herat, einAlexandria angelegt. Den Aufenthalt in Drangiana bezeichnet ein Er-eigniß, an dem sich verrätst, wie sich Alexanders Verhältniß zu den Ma-cedonicrn während der Feldzüge verändert hatte. Alexanders Bemühen,den asiatischen Völkern ein Nachfolger der persischen Könige zu sein,brachte eine Hinneigung zu asiatischer Sitte mit sich und besonders zuder am persischen Hofe üblich gewesenen Sitte, durch welche die Mace-donier sich verletzt fühlten, da sie als Ucberwinder der Asiaten dieselbensich nicht gleichgestellt sehen wollten. Das Verhältniß, in welches Alexanderdurch die Eroberung Asiens zu den asiatischen Völkern trat, bedrohte aberdie Macedonier auch mit einer strengeren Unterwürfigkeit, als bei ihnenherkömmlich war. Für die Asiaten konnte Alexander ohne Gefahr diedespotische Negierung der Perserkönige annehmeu, da er einerseits dieeinzelnen Völker in ihren Eigenthümlichkeiten möglichst schonte, ander-
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