270 Die Griechen, Macedonier und Perser von der Schlacht bei Mantinca
mit ihrem Sohne aus dem Wege geräumt hatte, während in Asien Ma-lus den Nachstellungen Parmenio's erlegen war. Nun begann die Her-stellung der Herrschaft im Norden. Ueber das Hämusgebirge zu denTriballern und über die Donau zu den Geten gingen, nachdem dieThracier eingeschüchtert waren, die Züge, und nach der Rückkehr von ^dort wurden die von Westen her in Makedonien eingefallenen Illyrier igeschlagen und zum Frieden genöthigt. In Griechenland hatte indessendie weite Entfernung des Königs und Gerüchte von seinem Tode Theben ;
und Athen wieder in Bewegung gebracht. Theben hatte sich gegen die ^
makedonische Besatzung empört und dieselbe in der Kadmea eingeschlosien i
und Athen, abermals von Demosthenes aufgeregt, hatte sich dem Be- u
ginnen förderlich erwiesen. Mit überraschender Schnelligkeit erschienAlexander nach Beendigung seiner nordischen Feldzüge vor Theben undließ dasselbe, als er es mit großer Anstrengung unter Mitwirkung der ^
Besatzung der Kadmea erstürmt hatte, durch ein aus seinen griechischen ^
Bundesgenossen gebildetes Gericht, in dem Thebens alte Feinde, dieOrchomenier, Thespier und Platäer, vertreten waren, zur Zerstörung ^
verurtheilen. Athen aber wurde noch einmal mit Milde behandelt. '
Zuerst verlangte der Sieger die Auslieferung der Redner, die das Volk ;
gegen ihn angefeuert. Doch dem Bemühen des von Alexander geach- r
teten Phocion gelang es, allgemeine Verzeihung zu erwirken. Da so '
nicht nur die Ruhe in Griechenland hergestellt, sondern auch die mace- --
donische Oberherrschaft daselbst befestigt war, konnte im Jahre 334 der ,E-
Krieg gegen Asien beginnen.
8. Die Zuversicht, mit welcher Alexander das Gelingen des großen ^
Unternehmens erwartete, bestimmte ihn, sämmtliche Güter, die ihm in s
Makedonien gehörten, vor dem Aufbruche zu verschenken und, nachdem erden Feldherrn Antipater zum Reichsverweser in Makedonien bestellt >
hatte, ging er zu Schiffe über den Hellespont. In Asien waren Seitensder Perser bereits griechische Miethstruppen gegen Malus und Par- ^menio thätig gewesen, hatten bei Magnesia am Sipylus weiteres Vor- fidringen der Macedonier gehindert, dieselben aber nicht zu verdrängen i ;vermocht. An der Spitze dieser Truppen stand der Nhodier Memnon, !Bruder jenes Mentor, der sich unter Artarerres Ochus durch Unterwer- ^!fung Phöniciens und Aegyptens verdient gemacht hatte. Obgleich für die j -Kriegführung kein anderer so fähiger Mann, als er war, dem Könige Da- ;rius zu Gebote stand, wurde doch der Befehl über das gegen Alexander u
zusammengczogene Heer nicht ihm, sondern den vereinigten Satrapen Zi
Kleinasiens, die dasselbe gestellt hatten, übertragen. Diese verwarfen ! i
den Plan, den Feind durch Vermeiden einer Schlacht und allmäliges ^
Zurückweichen, wobei man ihn an Herbeischaffung der Lebensmittel hin-dern solle, aufzureiben. Indem sie ihn daher am rechten Ufer des in i-